Filmstart „Volt“: Eine düstere Vision der Flüchtlingspolitik

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Filmstart „Volt“: Eine düstere Vision der Flüchtlingspolitik

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Die Angst vor dem vermeintlich Fremden ist kulturwissenschaftlich betrachtet so alt wie Flüchtlingsbewegungen selbst. Regisseur Tarek Ehlail entwirft nun mit seinem neuen Film „Volt“ ein Zukunftsszenario, das die Folgen des Wechselspiels zwischen dieser Angst, Flüchtlingsdebatte und Politik aufzeigt. Im Zentrum steht der Titelheld Volt, dessen Rolle mit Benno Führmann namhaft besetzt ist.

Allein gelassen in Transitzonen

„Volt“ spielt nach Aussagen des Regisseurs in naher Zukunft. In Deutschland sind im Zuge der Flüchtlingsaufnahme Transitzonen an den Grenzen entstanden. Orte, an denen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, nun zwar bleiben können, menschenwürdige Zuflucht sieht jedoch anders aus. Die Flüchtlinge leben zusammengepfercht in dreckigen Baracken, was immer mehr Wut, Angst und Verzweiflung entstehen lässt. Die Polizei hat längst die Kontrolle verloren. Dennoch versucht sie mit psychischer und körperlicher Gewalt, ihre von der deutschen Regierung zugetragene Macht zu demonstrieren.

Ein ungerechter Machtkampf

„Volt“ handelt vom Kampf der Machthaber gegen diejenigen, die eigentlich nichts mehr besitzen. Die dieser Auseinandersetzung immanente Ungerechtigkeit bringt der Regisseur mit eindrucksvollen Bildern zum Ausdruck. „Volt“ zeigt dunkle graue Bilder.

Beim Zuschauer hinterlässt der Film innerhalb der gesellschaftlichen Flüchtlingsdebatte einmal mehr ein Gefühl des Unbehagens. Doch zielt dieser Film nicht auf die Schwächsten, sondern die Mächtigsten ab. Die Polizisten kommen in dem Film wahrlich nicht gut weg, allein schon weil Ehlail ihnen Texte mit allerlei rassistischen Vokabular geschrieben hat.

Benno Führmann in der Rolle des schuldigen Polizisten

Die Schuldigen in „Volt“ sind zweifelsohne die Machthaber. Umso interessanter ist es, dass einer von ihnen der Protagonist ist. Mit Volt, gespielt von Benno Führmann, sehen die Zuschauer das Geschehen aus der Perspektive eines Schuldigen. Volt ist ein zerrissener Charakter, trinkt, ist übermäßig aggressiv und geht sogar so weit, zu morden. So skrupellos er wirkt, hat er trotzdem Schuldgefühle und verwickelt sich emotional in das Milieu, das er eigentlich bekämpfen soll.

Tarek Ehlail feierte bereits mit seinem Spielfilm „Gegengerade“ über den Fußballverein FC St. Pauli Erfolg. Sein neuer Film „Volt“ feierte auf dem Filmfest München 2016 Premiere. Nun startet er am 2. Februar in den Kinos.

Artikelbilder: Screenshots aus dem Trailer, Plattform: YouTube.

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