Meistens erhält man genau das, was man erwartet, wenn man ins Kino geht. Aber manchmal schaffen es herausragende Regisseure, Drehbuchautoren und Schauspieler dennoch, uns zu überraschen. Gut so.

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Sam Bell (Sam Rockwell) hat die letzten 3 Jahre auf dem Mond verbracht, um dort einen wertvollen Energiespender zu extrahieren und zur Erde zu schicken. Völlig isoliert und nur mit wenigen Videobotschaften versucht er sich die drei Jahre nicht nur bei Laune, sondern auch bei Verstand zu halten. Lediglich ein Roboter namens GERTY (Stimme: Kevin Spacey) leistet ihm Gesellschaft.
Kurz bevor seine Frist zu Ende ist, entdeckt er jedoch Ungereimtheiten und gerät zusehends in Verwirrung, da er sich nicht sicher ist, ob tatsächlich etwas auf der Station nicht stimmt, oder ob die jahrelange Einsamkeit ihren psychischen Tribut zollt.
Egal wo man ihn sieht, Sam Rockwell ist immer eine Freude auf der Leinwand und kann sich hier so gut und überzeugend als halluzinierenden Astronauten präsentieren, dass man selbst die Klaustrophobie und Abgeschiedenheit zu spüren bekommt.
Zunehmend entwickelt sich die anfänglich einfach gestrickte Story in ein komplexes psychologisches Kammerspiel, das zum Schluss sozialkritisch mit den aktuellen Energieproblemen umgeht und dem Zuschauer genügend Freiheit gibt, seine eigenen Schlüsse zu ziehen.
Wer einen actionreichen Science Fiction Film erwartet, wird derb enttäuscht werden, aber alleine für die Idee und Umsetzung ist “Moon” wohl einer der interessantesten und intelligentesten Filme dieses Jahres und begeistert vor allem darin, dass er trotz aller surrealen Momente am Ende sehr wohl Sinn ergibt (eine Eigenschaft, die nicht jedem künstlerisch-intellektuellen Film eigen ist). Hinzu kommt ein Soundtrack vom Meister Clint Mansell (“Requiem for a Dream”).
Ab dem 15.7.2010 im Kino.

Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Nathan Parker, Duncan Jones
Darsteller: Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott
Musik: Clint Mansell