Wer sie noch als Bombshell in „Dawson’s Creek“ kennt, der weiß, dass Michelle Williams Sexappeal hat, aber im neusten Film über eine heiße Affäre Marilyn Monroes zeigt sie auch die düsteren Seiten der großen, amerikanischen Ikone.

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1957 war Colin Clark Regieassistent für den Monroe Film „The Prince and the Showgirl“, während der Zeit, die sie für die Dreharbeiten in England verbrachte, kam es laut Clarks Memoiren zu einer Affäre mit der großen Diva, die zu der Zeit bereits mit ihrer Depression und dem Druck des Ruhmes zu kämpfen hatte. Unpraktisch war es ebenso, dass Marilyn eigentlich frisch verheiratet mit Drehbuchschreiber Arthur Miller war…

Typisch für groß angelegte, britische Produktionen finden sich alle Stars im Casting, Kenneth Branagh als Laurence Olivier, der in „The Prince and the Showgirl“ mitspielte und Regie führte, Judi Dench als Schauspielerin Dame Sybil Thorndike und Emma Watson in einer kleinen Nebenrolle (die Dame studiert immerhin derzeit) als Garderobenhilfe Judy. Für Clark selbst konnte sich Eddie Redmayne beweisen, den man bereits aus diversen historischen Verfilmungen kennt und der stolzer Besitzer eines Tony-Awards für seine Darbietung im Theaterstück „Red“ ist.

Für Marilyn standen anfangs diverse, verführerische Namen im Gespräch, darunter auch Scarlett Johansson und Kate Hudson, aber nur Michelle Williams wurde tatsächlich zum Casting eingeladen und schließlich auch gewählt. Für ihre Rolle bereitete sich das Chamäleon mit intensiver Lektüre von Werken über und von Marilyn vor, sah alle ihre Filme, Fotos, Dokumentationen und eignete sich sogar den – Marilyn ganz eigenen – Gang an. Vor allem die Art und Weise, wie Marilyn spricht, erlernte Michelle durch das Hören von Aufnahmen der Schauspielikone und auch durch Übungen im privaten Leben, etwa beim Empfang von Paketen an der Haustür oder in Gesprächen mit Freunden.

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Und bevor hier jemand anfängt, sich darüber aufzuregen, dass Michelle Williams nie im Leben Ähnlichkeit mit Marilyn hat: abgesehen davon, dass das wohl auch nicht ganz stimmt, braucht sie das auch nicht, denn hier geht es nicht um einen Doppelgänger-Contest, sondern darum, die Essenz und das Wesen der tragischen Monroe aufzunehmen, und dahingehend dürfte Michelle eine der wenigen Schauspielerinnen sein, die das mit genügend Eleganz und Überzeugungskraft hin bekommt.

Kinostart in Großbritannien ist im November, so dass man davon ausgehen kann, dass der Film in Deutschland im Frühjahr 2012 in die Kinos kommen müsste.

Regie: Simon Curtis

Drehbuch: Adrian Hodges

Darsteller: Michelle Williams, Kenneth Branagh, Eddie Redmayne, Emma Watson, Judi Dench