Urs Odematt verfilmt die Farce von Georg Tabori, der sie bereits auf der Theaterbühne zum Leben erweckte. Ob man sich auf ein derartig keckes Werk freuen darf? Immerhin ist die deutsche Komödie derzeit ein Minenfeld des schlechten Geschmacks.

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Der schrecklich untalentierte und auch reichlich schreckliche Jungspund Adolf Hitler (Tom Schilling) wagt sich eines Tages in die Großstadt, um dort mit einem Kunststudium sein Glück zu versuchen. Wer hätte gedacht, dass Postkartenkunst dort nicht gut ankommt und so findet sich Adolf alsbald vom jüdischen Schriftsteller Schlomo Herzl (Götz George) getröstet wieder, der ihm einen Lichtblick in seinem Leben bietet: eine Karriere als Politiker.

Schilling sieht wunderbar abgewirtschaftet aus und meistert die Darstellung eines reichlich theatralischen Hitlers hervorragend. Was dem Film bereits im Vorfeld Probleme bereiten könnte, ist das sich merkwürdigerweise ausbreitende Missverständnis, dass es sich hierbei um einen biographischen Eichinger-Klon handelt.
Eigentlich unfassbar, immerhin erscheint es recht offensichtlich, dass die Absurdität der Geschichte allein Grund zur Annahme ist, dass es sich hierbei um Fiktion handelt, aber anscheinend ist der vermeintliche Überfluss an ernsten Filmen über die deutsche Geschichte (derer es eigentlich nicht so viele gibt) bereits Grund genug, sich gegen „Mein Kampf“ aus zu sprechen.

Das sollte man allerdings nicht machen, zwar sitzt der etwas unglückliche „Mein Führer“ immer noch im Nacken der Menschen, aber einen Blick dürfte das Schauspiel mit George und Schilling allemal wert sein, zumal hierbei auch nicht auf die unteren Schubladen gezielt wird, wenn es um den Humor geht. Außerdem hat der Schweizer Regisseur Urs Odermatt bereits Erfahrung mit Theaterverfilmungen und hat auch sonst einige überzeugende Filme auf seinem Lebenslauf zu stehen.

Ab dem 24.2.2011 im Kino.

Regie: Urs Odermatt
Drehbuch: Fedor Mosnak nach Georg Tabori
Darsteller: Tom Schilling, Götz George