Zeichentrickfilme müssen nicht zwangsläufig für Kinder sein, das weiß man seit “Fritz the Cat”. Allerdings muss es sich auch nicht immer um anzügliche Komödien oder Science Fiction  handeln, sondern darf gerne auch mal ernstere Töne anschlagen.

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Die kleine Mary ist einsam und missverstanden. Um ihrer Einsamkeit zu entgehen, schreibt sie wahllos an irgendeinen Namen, den sie im Telefonbuch heraus gesucht hat. So kommt es, dass der 44-Jahre alte Max Post aus Australien erhält. Dass Max an Aspergers leidet, atheistisch, jüdisch und übergewichtig ist, stört Mary wenig und so entwickelt sich eine lange Brieffreundschaft.
Der Film spielt in den Jahren 1976 bis 1998 und dokumentiert die Leben der beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Die Stopmotion Animation ist vorwiegend in depremierenden Farben gehalten und auch der Ton kippt immer wieder von den humorvollen Momenten, denn neben einer warmen Charakterstudie geht es auch um Max’ Umgang mit seinem Glauben und seiner Krankheit.
Ein wenig Geduld muss man mitbringen, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Trickfilmen ist “Mary & Max” nicht gerade actionreich, dafür ist es aber umso faszinierender, wie sich die Beziehung der beiden über die Jahre hinweg ändert.
Obwohl der Film auf der Liste für die Oscars stand, hat er es am Ende doch nicht zu den Nominierten geschafft, was vielleicht an den doch sehr düsteren Themengebieten liegt, die von Depressionen bis zu Selbstmord reichen.
Aber gerade deshalb sollte man sich auf dieses kleine Juwel einlassen, denn mit dem schwarzen Humor und den lebensnahen Charakteren ist es einer der Filme, der nicht nur ein kurzweiliges Vergnügen bietet, sondern einen Eindruck hinterlässt.
Ab dem 26.8.2010 im Kino.

Regie: Adam Elliot
Drehbuch: Adam Elliot
Darsteller: Toni Collette, Philip Seymour-Hoffman, Eric Bana
Musik: Various