London Boulevard ist das Regiedebüt von William Monahan, dem Drehbuchautor von „The Departed“. Mit Colin Farrell, Keira Knightley und Ray Winstone hätte der Film eigentlich ein spannendes, an manchen Stellen lustiges britisches Gangsterdrama werden können. Hätte!

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„London Boulevard“ beginnt wie schon so viele Gangsterfilme: Mitchell (Colin Farrell) ist gerade frisch aus dem Gefängnis, warum er saß ist nicht ganz klar. Er möchte sein Leben neu anfangen, ohne Kriminalität. Doch seine alten Freunde, die immer noch im Londoner Untergrund aktiv sind, wollen ihn zurück in ihren Reihen haben. Mitchell ist aber immer noch darauf bedacht, sein Leben zu leben, besorgt sich einen Job als Bodyguard bei der von Paparazzi geplagten (Ex-)Schauspielerin Charlotte (Keira Knightley). Und ab da nimmt dieser Gangsterdrama seinen Lauf.

„London Boulevard“ – Gangsterfilm meets „Bodyguard“

Mitchell arbeitet noch nicht lange als Charlottes Bodyguard, als der Gangsterboss (Ray Winstone) vor seiner Tür steht und jede Menge Ärger mitbringt. Mitchell soll wieder für die Gangster arbeiten, weil er so gut in seinem Metier war. Mitchell will nicht und die Gangster werden böse.
Falls man sich fragt was zwischen Mitchell und Charlotte passiert, darf dreimal geraten werden. Natürlich spielt dieser Film 1992, aber irgendwie muss man schon an Whitney Houston und Kevin Costner in
„Bodyguard“ denken.

Die Schauspieler – von mittelmäßig bis beeindruckend

Die Leistungen der Schauspieler rangieren zwischen guter Mittelmäßigkeit (K. Knightley), fast beeindruckend (C. Farrell) bis hin zu einer verblüffenden Leistung (Anna Friel). Ray Winstone liefert eine anständige Performance eines Gangsterbosses ab, wobei man ihn mittlerweile schon aus anderen Filmen in ähnlichen Rollen kennt („The Departed“, „44 Inch Chest“, „Sexy Beast“). Eine schöne Szene gibt es jedoch auch hier, in der Farrell wie auch Winstone brillieren, als sie während eines Abendessens darüber plaudern, wie man zum Gangster in London wird.

Der Film wirbt auf den Plakaten mit der Aufschrift „vom Drehbuchautor des Oscar-prämierten Films ,The Departed’“. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen, denn der Film lässt sich mit der Qualität von „The Departed“ kaum vergleichen. Man kann natürlich noch etwas nachsichtig sein und sagen, es sei das Regiedebüt von William Monahan. Aber mit dem Casting hätte es doch irgendwie möglich sein können, einen akzeptablen Film abzuliefern.

Der Soundtrack macht Lust auf mehr London

Der Film wirkt cool, sexy und man meint zunächst, er passe in die Reihe von Filmen à la „Layer Cake“ oder „Snatch“. Doch wer einen typische britischen Gangsterfilm erwartet, wird von „London Boulevard“ enttäuscht.
Positiv ist noch der Soundtrack. Auf dem sind The Clash mit, wie könnte es auch anders sein, „London Calling“, Kasabian, Bob Dylan, The Box Tops, die Yardbirds u.a. vertreten.

London Boulevard ab 01.12.2011 im Kino