Regisseur Peter Timm liefert fast punktgenau zwanzig Jahre nach dem Mauerfall einen Blick auf die letzten Tage der DDR im Spiegel einer deutsch-deutschen Liebesgeschichte.

Eine gute Woche zu spät startet “Liebe Mauer” am 19.11. in den deutschen Kinos.  Die Aufmerksamkeit angesichts der Feiern zum Mauerfall dürfte der romantischen Komödie trotzdem sicher sein.

Zwischen Geheimdiensten und Montagsdemos

Sascha (Maxim Mehmet, unter anderem bekannt aus “Fleisch ist mein Gemüse”) ist Grenzsoldat in Ost-Berlin. Um den begehrten Medizinstudienplatz zu bekommen hat er sich zwangsweise für drei Jahre bei der Volksarmee verpflichtet. In Sichtweite des von ihm bewachten Grenzüberganges zieht die westberliner Studentin Franzi (Felicitas Woll, “Berlin, Berlin”) ein um von den günstigen Mieten in Mauernähe zu profitieren. Über die Grenze hinweg beginnt eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte unter den wachsamen Augen von Stasi und CIA, in deren Verlauf die Beiden nicht nur mit den ungebrochenen ideologischen Gegensätzen zwischen beiden Seiten der Grenze konfrontiert werden, sondern auch mitten in den Strudel der Ereignisse des Jahres 1989 geraten.

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In diesem Umfeld versucht das Paar beide Seiten gegeneinander auszuspielen. Obwohl beide nur ihre Liebe im Sinn haben, so das Credo des Films, geraten sie unaufhaltsam in den Sog der Ereignisse. Auch das Private wird zum Politikum. Besonders für den Grenzsoldaten Sascha bleibt die grenzüberschreitende Liebe nicht ohne Folgen.

Liebe Mauer – Der Film zum Jubiläum

Auf humorvolle Weise erinnert der Film somit auch daran, dass trotz der Auflösungserscheinungen im Arbeiter- und Bauernstaat bis zuletzt keineswegs klar war, ob die “friedliche Revolution” so friedlich werden würde. Dass Regisseur Peter Timm, ansonsten eher für Filme wie “Go Trabbi Go” und “Manta – Der Film” bekannt diese Thematik mit einer “Liebe überwindet alle Grenzen” Botschaft verknüpft ist zwar nicht neu, aber durchaus publikumswirksam. “Liebe Mauer” ist ein unterhaltsam verpackter Beitrag zu den Feierlichkeiten um das zwanzigjährige Jubiläum des Mauerfalls und zeigt damit zumindest ein Gespür für die geschickte Platzierung eines Filmstarts.