Der neue Thriller von Neil LaBute will provozieren: Die Umkehrung von gewohnten Rassismusschemata sorgt für eine beklemmende Stimmung, fällt aber in altbekannte Mechanismen zurück.

Ein jungverheiratetes Paar mit unterschiedlichen Hautfarben (Patrick Wilson und Kerry Washington) zieht in einen Vorort, in dem ihr Nachbar, ein Polizist (Samuel L. Jackson), durch seine Streifen für Sicherheit sorgt. Allerdings hat er ein Problem mit der gemischt-ethnischen Beziehung des Paares und fängt an, sich in ihr Privatleben einzumischen, mit dramatischen und tödlichen Wendungen.

“Lakeview Terrace” versucht dringend Konventionen zu brechen, die im amerikanischen Kino in den letzten Jahren verstärkt zu sehen waren. Leider kommt der Film damit etwas spät, denn die Variante “der Cop ist nicht immer der Gute” wurde schon durch die Serie “The Shield” so populär gemacht, dass sie schon fast selbst wieder eine Konvention wurde. Ebenfalls nicht neu ist die Idee des umgekehrten Rassismus, wobei durch ethnische Differenz bedingter Terror in einer Kleinstadt erst einmal spannende und dabei nachdenklich machende Unterhaltung verspricht.

Der Film bietet Samuel L. Jackson genug Gelegenheit, seine Paraderolle als “böser, schwarzer Mann” (um einmal die wirklich schlechte Übersetzung aus Tarantinos “Pulp Fiction” zu zitieren) abzuspulen. Die ernsthaften Ansätze, die der Film in seiner ersten Hälfte präsentiert, gehen aber leider gegen Ende ins Leere und zusehends befindet sich der Zuschauer in einem konventionellen Thriller, der nicht hält, was er verspricht.

Der Titel des Films leitet sich übrigens aus der Region ab, in der 1991 Rodney King von vier Polizisten verprügelt wurde, was nach deren Freisprechung zu heftigen Unruhen in Los Angeles führte. Produziert wurde “Lakeview Terrace” von Will Smith, der deutsche Kinostart ist für den 18.12.2008 angesetzt.

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