Seit Jahren wartet das Kinopublikum gespannt auf den ersten gemeinsamen Film mit Robert De Niro und Al Pacino. Mit “Kurzer Prozess” kommt er nun endlich in die Kinos, aber hat sich das Warten gelohnt?

Robert De Niro und Al Pacino waren einmal die großartigsten, intensivsten und beeindruckendsten Schauspieler, die Hollywood zu bieten hatte. Dementsprechend war ein Team-Up spätestens seit “Der Pate Teil II”, in dem beide zwar auftauchen, aber keine Szenen miteinander hatten, unausweichlich. In “Heat” trafen Pacino und De Niro dann wenigstens für ein paar Minuten auf der Leinwand aufeinander. In “Kurzer Prozess” (Englisch: Righteous Kill) sind sie zum ersten Mal wirklich Filmpartner.

Die Story des Films ist schnell erzählt: Turk (De Niro) und Rooster (Pacino) sind zwei alternde Cops, die auf dem harten Pflaster New Yorks an die Grenzen der Legalität gehen und sich nebenher einem Serienmörder gegenüber sehen, der freigesprochene Kriminelle umbringt. Schnell wird klar, dass hier ein Polizist eine eigene Form von Gerechtigkeit ausübt, ein sogenannter Vigilant.

Wenn man sich den Trailer ansieht, so hüpft das Herz des Kinogängers vor Freude, diese beiden alten Stars gemeinsam zu sehen – die Kritiken des in Amerika bereits im September angelaufenen Films sind allerdings durchgehend schlecht. Hier heißt es, die Story sei unnötig verwirrend, das überraschende Ende aus dem Hut gezaubert und alles in allem sei die Chance, Pacino und De Niro gemeinsam in einem Film unterzubringen, vertan worden. Und an allem mag etwas dran sein: Die beiden waren einmal die allergrößten, doch De Niro spielt nur noch sich selbst, Pacino ist zu einer Karikatur seiner ehemaligen Charaktere geworden, die Wartezeit auf dieses Zusammentreffen war zu lange.

Die Idee eines Killers, der nur die Bösen umbringt, ist nun wirklich nicht neu und sicherlich etliche Male interessanter gestaltet worden (siehe zum Beispiel die TV-Serie “Dexter”), Überraschungsenden sollte man vielleicht auch lieber M. Shyamalan überlassen (auch wenn die bei ihm ebenfalls langsam alt werden) und die Variante des bösen Bullen kennt man auch zur Genüge (ungeschlagen in der Rolle: Harvey Keitel in “Bad Lieutenant”).

Der Film von Regisseur Jon Avnet (der mit Pacino schon bei “88 Minuten” arbeitete) läuft in Deutschland am 01.01.2009 an, in Nebenrollen sind John Leguizamo, Donnie Wahlberg und 50 Cent zu sehen. Freunde von Robert De Niro und Al Pacino werden in “Kurzer Prozess” zwar auf ihre Kosten kommen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich danach dringend noch einmal den “Paten 2” angucken müssen, scheint recht hoch zu sein.

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