Eine Randgruppe der kulturell bunten Erscheinungen wird endlich mit einem eigenen Film bedacht. Mit Knights of Badassdom gibt es ein Rollenspielfantasyhorrormonster zum Lachen und zum geeken.

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Während eines Rollenspiel Festivals ruft eine Gruppe an Spielern aus Versehen einen echten Dämonen herbei. Zuerst relativ unbemerkt unter all den Zauberern, Hexen und Trollen, wird bald klar, dass die sexy Dämonin eine ernsthafte Bedrohung für die familiäre Larp-Community ist. Es wird Zeit, dass diejenigen, die sie herbeiriefen, ihr ebenso ein Ende machen.

Mit einem Set voller echter Rollenspieler (die amerikanische Larp-Alliance half nicht nur beim Training und den Grundregeln des Larping, sondern auch als Extras aus) dürfte man zuallererst die Atmosphäre eines realistischen Larp-Festivals (Larp = live action role playing, zu deutsch: lebensechtes, aktives Rollenspiel) kreieren können. Vor allem diejenigen, die sich darunter nur alberne Erwachsene beim Ritterspielen vorstellen (so vorgestellt in der Komödie “Role Models”), wird dadurch erst einmal die Fantasie, Innovation, Kreativität und vor allem Euphorie dieser Ereignisse gewahr, wer selbst zur Gemeinde gehört, wird sich sofort zu hause fühlen in der spaßig-blutigen Horrorkomödie. Ein wenig wird man an Raimis “Evil Dead” erinnert, was ja wirklich nur von Vorteil sein kann.
Mit Peter Dinklage aus dem HBO Spektakel “Game of Thrones”, Ryan Kwanten aus der einzig wahren Vampirserie “True Blood” und Summer Glau, Whedon Liebling und Geek-Traum, hat man drei Hauptdarsteller, die nicht besser gewählt worden könnten, da sie sowohl düstere Fantasy-, als auch alberne Comedymomente meistern können. Getoppt wird das illustre Trio von Steve Zahn, der zu den undenkbar unterbewerteten Schauspielern gehört, nichtsdestotrotz immer weiter macht, geniale Performances zu bringen.

Der Medienhype fängt an zu wachsen, gerade weil der Film eigentlich zum Indiegenre gezählt werden kann (trotz der großen Schauspielernamen), ist es erstaunlich, wie aufmerksam auch große, amerikanische Mainstreammedien a la Entertainment Weekly geworden sind.

Ob der Film dem Hype standhalten kann? Vom Trailer, den Machern und der Story ausgehend, wäre es ein Wunder, wenn der Horrorspaß nicht mindestens durchschnittlich gut ist, wobei wir natürlich auf einen Kultfilm hoffen. Die Anzeichen stehen gut, denn Regisseur Joe Lynch (etliche Musikvideos und den zweiten, vergleichsweise gar nicht mal so schlechten “Wrong Turn”-Film), ist ein selbstbekennender Supernerd, der das Horrorfilmgenre liebt und die Community, für die dieser Film definitiv gedacht ist, ebenso. Heißt also, dass die Gags nicht auf Kosten der Larper gehen werden, sondern eher liebevoll (dennoch bitterböse) aus der Szene heraus gemacht werden, wie es sich eben gehört.

Ein wenig muss man noch warten, da der Film erst im Frühling/Sommer 2012 heraus kommen soll, aber bis dahin kann man ja schon mal das ein oder andere Larp Wochenende bestreiten.

Regie: Joe Lynch
Drehbuch: Kevin Dreyfuss, Matt Wall
Darsteller: Peter Dinklage, Steve Zahn, Summer Glau, Ryan Kwanten
Musik: Bear McCreary