Am 12. Februar startet die nun mehr fünfte Verfilmung von Fontanes literarischer Gesellschaftskritik in den deutschen Kinos.

Julia Jentsch, die erst kürzlich Sophie Scholl so überragend dargestellt hat, tritt in die Fußstapfen von Angelica Domröse und Hanna Schygulla aus den bis dato wohl bekanntesten Verfilmungen von Wolfgang Luderer und Altmeister Rainer Werner Fassbinder. Damit kommt nach den Buddenbrooks ein weiterer Literaturklassiker in die Kinos.

Effi Briest ist die Geschichte eines erst 17-jährigen jungen Mädchens, welches im Preußen des 19. Jahrhunderts von ihren Eltern gedrängt wird, den 21 Jahre älteren Adligen Freiherr von Innstetten zu heiraten. Mit ihrem neuen Leben kommt Effi nie zurecht. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter beginnt Effi eine Affäre mit dem ehemaligen Kriegskameraden ihres Mannes Major von Crampas.

Als Innstetten Jahre später davon erfährt, verstößt er Effi und verbietet ihr den Umgang mit ihrer Tochter. Zudem fordert er Crampas zu einem Duell und tötet ihn, ganz wie es sein Ehrgefühl gebietet. Effi überwindet dies nie und stirbt erst 29-jährig in ihrem Elternhaus an “gebrochenem Herzen”

Fontane verstand es, mit seinem Roman jene Konventionen-Reiterei und den altertümlich anmutende Ehrbegriff im Geiste des 19. Jahrhunderts zu kritisieren, ohne dabei Anklage zu erheben.

Auch wenn Effi Briest sicherlich so manchen Schüler arg malträtiert hat, so ist dieses Werk, ob auf Papier oder der Leinwand, ein bedeutender Teil deutscher Kulturgeschichte.

Es bleibt abzuwarten, ob die neueste Verfilmung des Dramas um Effi Briest diesem Anspruch gerecht wird.