Nichts bringt einen bessern durch den Tag, als Tötungsfanasien der Menschen, die uns das Leben schwer machen, allen voran wahrscheinlich Ehefrauen und Chefs. Nun, für diesen Film sind ausnahmsweise einmal Zweitere dran, mit einem großen Staraufgebot hätte eigentlich nichts schief gehen können, der Jackpot ist Kill the Boss jedoch nicht gerade.

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Nick, Dale und Kurt sind beste Freunde und allesamt unglücklich in ihrem Beruf, das liegt aber vor allem an einer Sache: ihren Vorgesetzten. Da die wirtschaftliche Lage nicht gut aussieht, können sie es sich nicht leisten, zu kündigen, weshalb sie einen anderen Weg finden: sie wollen ihre Chefs umbringen. Leichter gesagt, als getan, selbst mit Krimiserien Erfahrung ist es mehr als kompliziert, weshalb ein Profi heran muss.

Mit Jason Bateman (“Arrested Development”, das übrigens demnächst verfilmt werden soll), Charlie Day (“It’s always sunny in Philadelphia”) und Jason Sudeikis (“Saturday Night Live”) als Protagonisten hat man sich drei Vertreter der herrlich ungelenken Comedy geschnappt und damit auch ein kleines Dreamteam geschaffen. Auch die Wahl der “Horrible Bosses” (Originaltitel) ist mit dem unausstehlichen Firmenboss Kevin Spacey, der Dale sexuell belästigenden Zahnärztin Jennifer Aniston und dem widerlichen Wiesel Colin Farrel (mit Bierbauch und Halbglatze) sauber ausgefallen. Für Kevin Spaceys Part waren übrigens auch Tom Cruise, Philip Seymour-Hoffman und Jeff Bridges im Gespräch, dahin gehend wäre also nichts schief gegangen, selbst wenn Spacey abgelehnt hätte.

Und hier liegt auch die Qualität des Filmes: das komödiantische Talent der Darsteller ist ausschlaggebend dafür, dass “Kill the Boss” nicht so schlecht geworden ist, wie es das sehr schwache Drehbuch eigentlich hätte machen können. Die Dialoge sind unausgereift und verspielen Punchlines mit angehängtem Füllmaterial, das weder witzig ist, noch zur Story beiträgt, der teilweise derbe Humor geht leider nicht den ganzen Weg, um völlig zu schockieren, sondern bleibt immer soweit harmlos, dass man nach den ersten Überraschungsmomenten nur noch leicht vor sich hin lächelt. Mit wenigen guten Momenten, die leider bereits im Trailer verwurstet werden, macht sich die hochbesetzte Komödie leider etwas antriebslos aus, selbst wenn die Darsteller sichtlich Spaß mit dem Film hatten. Aber, wenn die Story und die Dialoge nicht gut sind, dann kann auch der beste Schauspieler nichts retten. Wer jedoch trotzdem ins Kino geht, dem sei angeraten, sich vor allem die Details im Set an zu sehen, denn in den Wohnungen der schrecklichen Chefs, als auch den Büros sind ein paar unkommentierte, visuelle Gags versteckt, die sich lohnen, entdeckt zu werden.

Am Ende ist Kill the Boss zwar sehr viel besser als irgendwelche Romcoms oder “American Pie” Sequels, steht aber zusammen mit “Take me home tonight” im Schatten der Judd Apatow Gang oder dem überraschend guten “Brautalarm”

Ab dem 1.9.2011 im Kino.