Comicbuchverfilmungen jenseits der bereits bekannten Superhelden sind immer wieder spannend, wobei das neuste Werk aus der Filmschmiede einige Kontroversen hervor gebracht hat.

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Dave ist ein Niemand in der High School, einer der Unsichtbaren, die einfach vor sich hin leben. Als er eines Tages beschließt, sich über das Internet ein Superheldenkostüm zu kaufen und als echter Verbrecherjäger durch die Straßen zu ziehen, wird er schnell mit der harten Realität konfrontiert.
Allerdings macht er auch die Bekanntschaft mit Hit Girl und Big Daddy, die anscheinend mehr Ahnung von Daves Comic-Fantasien haben, als er sich jemals erträumen könnte.
Nach einem Mark Millar Comic verfilmt, ist “Kick Ass” schon jetzt eine Art Kult unter Comic- und Tarantinofans. Gefeiert wird der Mix aus Gewalt, Parodie und Sozialkritik, aber genau darin kann man auch die offensichtlichen Mängel erkennen. Denn was vielversprechend und humorvoll startet, entwickelt sich zu schnell zu einem reinen Schlachtfest, ohne die anfangs clever angespielten Probleme eines realen und absolut nicht fantastischen Superhelden wirklich zu thematisieren.

Sowieso fragt man sich, wen der Trailer eigentlich ansprechen will, denn was dort als Teenie-Komödie rüber kommt, ist tatsächlich ein kruder Mix aus Drama, Komödie und Gewaltfilm.
Der Schockmoment des Mädchens mit Killerinstinkten bleibt auch aus, denn das gab es bereits bei “Leon – der Profi”, allerdings durfte Nathalie Portman da ihr Schauspieltalent beweisen, indem sie die emotionalen Auswirkungen des Mordens auch zur Schau stellte.
In “Kick Ass” geschieht nichts davon, Hit Girl bleibt Heldin mit coolen Sprüchen und verliert nicht ein Mal ihre stahlharte Maske, um eventuell ein wenig Menschlichkeit zu zeigen.
Stattdessen bekommt man das Gefühl, dass der Film sich immer mehr in seinem eigenen, schon vorher absehbaren Kultstatus suhlt und anstelle der bitteren Parodie der Comics, doch lieber auf plumpe Action und Gewalt setzt.
Anders ist der Film auf jeden Fall und sicherlich auch sehenswert, aber mit offenen Armen sollte man das Konzept und die Botschaft lieber nicht empfangen, denn Beides bleibt ungenau im Dunkeln verborgen und verspricht sehr viel mehr, als es halten kann.

Regie: Matthew Vaughn

Drehbuch: Matthew Vaughn, Jane Goldman, Mark Millar (Comic)

Darsteller: Nicolas Cage, Mark Strong, Aaron Johnson, Chloe Grace Moretz, Clark Duke

Musik: John Murphy, Henry Jackman, Marius de Vries, Ilan Eshkeri

One Comments

  • flimmer-Paule 29 / 04 / 2010

    Richtiges Popkorn-Kino also. Danke für die Kritik. Die Idee an sich finde ich ja gut aber offensichtlich bedient man mal wieder nur die Primärreflexe. Schade.

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