Als liberal denkender Mensch weiß man wirklich nicht, was man mit Michael Moore machen soll. Obwohl seine Botschaften sehr wohl Sinn ergeben und man seiner Meinung ist, sind die Mittel, mit denen er sie rüber bringt, so fragwürdig und unglaubwürdig, wie die der Opposition.

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Mit “Roger & Me” startete Michael Moore seinen Feldzug gegen große Firmen, die dunkle Seite des Finanzmarktes und die Schicksale der Arbeiterklasse. Mit seiner neusten Dokumentation will er dort weiter machen, wo er damals aufgehört hat.
Im Rahmen der Finanzkrise seit 2007 arbeitet sich Moore durch Familien, die aus ihren Häusern geschmissen werden, weil sie ihre Kredite nicht zahlen konnten, die Rolle der Wall-Street und “private” Gefängnisse.
Dabei ist er wie gewohnt amüsant, informativ und sehr eklektisch, mit etlichen Filmclips, Interviews und einem besorgt aussehenden Michael Moore alle paar Minuten.
Natürlich ist es gut, dass Leute wie Michael Moore existieren, da ihre simplifizierte Erklärung von offensichtlichen, aber oftmals komplizierten Problemen gerade für Leute, die nicht den Einblick in Finanzen, Politik und Wirtschaft haben, geeignet ist. Aber wenn man seine Dokumentationen kennt, dann wird es auch schnell ermüdend, wie wenig Fakten Moore benutzt und stattdessen weinende Muttis und Kinder, sarkastische und äußerst subjektive Geschichten und lustige Videoclips verwendet, um die Leute von seiner Meinung zu überzeugen.
Man fühlt sich ein wenig unterfordert, ja unterschätzt, so als würde Moore uns nicht zutrauen, mit echten Informationen, wirklichen Fakten und Nummern umgehen zu können um uns ein objektives Bild zu machen. Stattdessen scheint er anzunehmen, wir würden nur dann seine Meinung teilen, wenn er uns dahingehend manipuliert, indem er auf die Tränendrüse drückt und die Gegenseite wie Idioten und/oder herzlose Bösewichte dastehen lässt.
Unterhaltsam allemal, aber etwas mehr Objektivität würde einer “Dokumentation” a la Moore sicherlich auch einmal gut tun.
Ab dem 12.11. kann man sich selbst ein Bild davon machen, ob man Moore nun mag oder doch lieber kritisch genießt.