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Julias Augen – Los Ojos de Julia

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Nein, del Toro hat nicht Regie geführt, sondern nur als Producer seine schützende Hand über das Projekt gehalten. Dennoch ist der spanische Horrorfilm einen Kinogang wert, selbst wenn er mit zwei Stunden nicht nur durch Spannung die Nerven strapaziert.

Nach dem mysteriösen Selbstmord ihrer erblindeten Schwester steigert sich Julia in den Gedanken hinein, dass sie jemand dazu getrieben hat. Julias Ehemann will sie von den aufreibenden Ermittlungen abhalten, da sie auch einen Augendefekt hat und durch den Stress für immer erblinden könnte. Aber Julia ist sich sicher, dass es einen Unbekannten gab, der ihre Schwester in den Tod trieb, doch scheinbar ist der so gut wie unsichtbar.
In der Führung der Kamera und der Idee, die schwindende Augenkraft Julias auch für den Zuschauer spürbar zu machen, ist der Horrorfilm Julia’s Eyes ein wahres Meisterwerk, weshalb der Film für Filmstudenten alleine schon einmal Stunden an Material liefern könnte. Die Mittel, mit denen man beinahe in den Wahnsinn getrieben wird, weil man die Schatten, Umrisse und Gesichter genauer sehen möchte, versetzen einen in die Gefühlswelt der Protagonistin, die nach und nach in eine dunkle Welt abtaucht, gleichzeitig jedoch von ihren Augen abhängig ist, um das Rätsel zu lösen. Ein unglaublich stimmiger Soundtrack weiß ebenfalls, die Sinne zu verführen.
Die Story selbst ist an sich gut, verläuft jedoch ein wenig, weshalb zwei Stunden vielleicht die halbe Stunde zu viel sind, die man bei Horrorfilmen eben nur selten vermisst und auch die Dialoge sind so manches Mal ein wenig sehr reißerisch, was jedoch auch daran liegen kann, dass man in nördlicheren Gefilden diese blumige Sprache gar nicht mehr gewohnt ist.
Alles in Allem ist Julia’s Eyes jedoch ein filmisch imposantes Werk, das vielleicht etwas vorhersehbar ist, aber durch Belen Ruedas hervorragendes Spiel niemals vollkommen langweilig wird und teilweise arg gruselig ist, weshalb besonders die del Toro Fans schlußendlich nicht enttäuscht werden.
Aber Obacht, für Splatter und Gorefans finden sich hier nur wenige Szenen, die das Blut spritzen lassen, der Kopf spielt eine größere Rolle, als die Augen.

Die DVD ist ab dem 4.8.2011 erhältlich.

Regie: Guillem Morales
Drehhbuch: Guillem Morales, Oriol Paulo
Darsteller: Belen Rueda, Lluis Homar, Pablo Derqui, Joan Dalmau
Musik: Fernando VelazquezSimilar Posts:

Kategorie: Sneak Preview

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