Vom Titel und Filmposter her mag man unschön an die Komödie „Stepbrothers” erinnert werden, glücklicherweise geht es in dieser nur ansatzweise albernen Geschichte um ein paar weitgreifendere Dinge.

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Jeff (Jason Segel) lebt immer noch zuhause und wartet darauf, dass das Schicksal ihm ein Zeichen gibt, denn er ist fest davon überzeugt, dass er zu Großem bestimmt ist. Seiner Mutter (Susan Sarandon) würde es schon reichen, wenn er an ihrem Geburtstag den Küchenschrank reparieren würde, während sie auf Arbeit sitzt und über einen heimlichen Verehrer rätselt. Damit Jeff nicht wieder auf der Couch versackt, ruft sie daher lieber seinen Bruder Pat (Ed Helms) an, um Jeff auf die Sprünge zu helfen, doch Pat hat ganz andere Probleme, da seine Ehe vor ihm in die Brüche zu gehen scheint.

Jeff, der noch zuhause lebt

Im Laufe eines Tages begleiten wir die Protagonisten auf mal mehr mal weniger physische Reisen. „Understatement” ist wohl das Stichwort und auch die Stärke des Filmes, denn was schnell in Klamauk hätte ausarten können, bleibt die ganze Zeit dicht und ohne Wertung bei den Charakteren, niemand wird hier vorgeführt.
Lustig ist das Ganze trotzdem oder gerade deshalb, denn die Seinfeld-artigen Situationen in denen sich die Charaktere wieder finden, zusammen mit einem fast schon unerträglich liebenswerten Jason Segel machen den Film der Duplass Brüder mit seinem ausnahmslos gutem Cast zu einem leicht unbequemen Wohlfühlfilm a la „Sunshine Cleaning” oder „Our Idiot Brother”.
Niemand ist perfekt, sondern trägt seine Fehler ganz offensichtlich mit sich herum, gerade deshalb trifft der Film wohl auch direkt ins Herz.

Die Duplass Brüder haben sich damit gut geschlagen, denn die eher für obskure Independentfilme („Baghead”) bekannten Mumblecore-Mitbegründer durften hier nicht nur mit großen Namen arbeiten, sondern hatten sogar Michael Andrews („Donnie Darko”) für den ganz wundervoll subtilen Soundtrack zur Verfügung.

Ab dem 9.8.2012 im Kino

Regie und Drehbuch: Jay und Mark Duplass
Darsteller: Susan Sarandon, Jason Segel, Ed Helms, Judy Greer, Rae Dawn Chong
Musik: Michael Andrews