Adam Sandler hat es sich gemütlich gemacht in halbwegs geschmacklosen Komödien, die im letzten Drittel die Moralkeule heraus holen. Dass er in den ersten beiden Dritteln ebendiese eher gebrauchen könnte, kratzt den Kritiker, die Kinobesucher anscheinend weniger.

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Jack ist entsetzt, seine schreckliche Zwillingsschwester Jill (Adam Sandler in Drag) will ihn und seine Familie besuchen, dabei ist sie doch so widerwärtig und peinlich, dass es nur schief gehen kann. Als sich auch noch Jacks Chef (sicherlich erpresst worden: Al Pacino) in Jill verliebt, diese aber dankend ablehnt, muss sich Jack etwas einfallen lassen, um nicht seinen Job zu gefährden. Wir praktisch, dass Jill wie Jack in Drag aussieht…

Männer, die sich als Frauen ausgeben, eine uralte Tradition, die seit „der verrückte Professor“ und „Big Mommas Haus“ noch besser geworden ist, nachdem man fest gestellt hat, dass Männer, die sich als furzende, vulgäre Frauen ausgeben, noch erfolgreicher an den Kinokassen ankommen.

Im Cast finden sich wie immer die Sandler Lieblinge, Nick Swardson, der mit „Buckey Larson“ seinen ersten Sandler Flop in der Hauptrolle genießen durfte, Rob Schneider und Tim Meadow, für die Cameos haben sich sogar Johnny Depp, Saturday Night Live Kult Dana Carvey und Shaquille O’Neal hergegeben, sicherlich, ohne das Drehbuch vorher gelesen zu haben.

Kritiker verzweifeln weiterhin darüber, dass sie Sandler Filmen seit Jahren schlechte Noten und Kritiken geben, während vor allem Teenager seine Komödien unter ihre Favoriten ranken. Warum also sollte Sandler sein Konzept ändern, wenn es Geld macht und Leute unterhält, ist doch alles in Ordnung?

Ok, die teilweise arg misanthropischen Witze, die in seiner kitschigen Moralkeule am Ende untergehen, kann man schon kritisieren, denn Schwulenwitze und eine etwas altmodische Attitüde Frauen gegenüber (die entweder keifende Zicken oder heilige aber unglaublich langweilige Marienstatuen sind) ist sicher nicht die Traumlektion, die man seinen Kindern mit auf den Weg geben will, aber dafür kann man ihnen ja eine Runde „Glee“ vorschlagen, um den üblen Geschmack wegzuwaschen, denn “Jack and Jill” für all diejenigen hinterlässt, die Witze über Obdachlose nicht so geschmackvoll finden, wie Sandler und Freunde.

„Jack and Jill“ läuft ab dem 26.1.2011 im Kino.

Regie: Dennis Dugan

Drehbuch: Ben Zook, Steve Koren, Robert Smigel

Darsteller: Adam Sandler, Adam Sandler, Katie Holmes, Al Pacino