Im August 1992 wurde die Leiche Chris McCandless’ in einem verrosteten Bus in den Wäldern Alaskas gefunden. Sean Penns Adaption von Jon Krakauers Tatsachenroman “Into the Wild” kommt nun ins Kino.

Zuletzt führte Penn im Jahr 2001 Regie bei dem abgründigen Krimi “Das Versprechen” mit Jack Nicholson. Sein neues Werk, das Aussteiger-Drama “Into the Wild”, startet am 31. Januar in deutschen Filmsälen.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des amerikanischen Reporters Jon Krakauer, der die (wahre) Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sich aller Habe entledigte, zwei Jahre durch die Vereinigten Staaten trampte und schließlich zu seinem letzten, großen Abenteuer in die Wildnis Alaskas aufbrauch – ein Abenteuer freilich, das er nicht überlebte.

Krakauer lässt die Frage, ob der junge Chris McCandless (im Film dargestellt von Emile Hirsch) als idealistischer Aussteiger oder als naiver Träumer zu betrachten ist, bewusst offen. Penn dagegen zeigt deutlich Sympathien für McCandless – was dem Roadmovie aber keinesfalls schadet. Er fügt der Geschichte einige Elemente hinzu, und dichtet sie um zu einem Hohelied auf individuelle Freiheit und das Recht auf Ideale. Durch den Film weht der Geist großer Außenseiter der amerikanischen Literatur, von Mark Twain über Jack London bis zu Jack Kerouac.

Der Regisseur forscht in McCandless’ Odyssee nach einer anderen, individualistischen Tradition Amerikas, jenseits des Fahnenpatriotismus. Filme dieser Art sind selten, gehören aber oftmals zu den Perlen im Werk ihrer Regisseure – Robert Redfords “Aus der Mitte entspringt ein Fluss” (1992) etwa, oder Edward Zwicks “Legends of the Fall” (1994).

Sean Penn gelingt es, in der Geschichte des Aussteigers McCandless nicht nur den Zauber der Wildnis, sondern auch eine besondere, intime Seite der amerikanischen Seele einzufangen. Ein Film von schmerzhafter Schönheit.

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