“Pans Labyrinth” von Guillermo del Toro

Ehe er mit “Pans Labyrinth” sein Meisterwerk hinlegte, war der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro in erster Linie Genrefans bekannt; seine frühen Filme wie “Cronos” (1993) oder “The Devil’s Backbone” (2001) wiesen ihn aber bereits als den großen Phantasten des Gegenwartsfilms aus. In seiner makabren, traurigen Romantik erinnert del Toro an Edgar Allan Poe.

“Pans Labyrinth” von 2007 erzählt vom Krieg, vom Spanischen Bürgerkrieg, um genauer zu sein, und von der Gewalt. Und von der Phantasie als letzter Fluchtmöglichkeit.

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Die kleine Ofélia kommt mit ihrer Mutter zu ihrem zukünftigen Stiefvater, einem skrupellosen Kommandeur der Faschisten. Er soll, von einem alten Bauernhof in den Wäldern aus, die umliegenden Hügel von Rebellen befreien. Schon nach kurzer Zeit wird deutlich, dass Capitan Vidal vor nichts zurückschreckt, um seinen Auftrag auszuführen. Seine Methoden sind grausam, unnachgiebig, tyrannisch.

Bei ihren Erkundungen im Wald trifft Ofélia auf magische Wesen, allen voran einen Pan, einen Waldgott. Er hält das Mädchen für die verschollene Tochter eines märchenhaften Königs; um ihre Herkunft aber zu beweisen, muss sie diverse Prüfungen bestehen. Die Welt Capitan Vidals und die Welt des Pan beginnen, sich zu vermischen …

Der Film bietet hochintelligentes und emotionales Kino und beweist, dass es möglich ist, sich auch im phantastischen Genre mit komplexen Themen auseinanderzusetzen.

Wäre es nach mir gegangen, der Film wäre 2007 auch “bester Film” geworden. Del Toro erklärte übrigens kürzlich, dass er gerne Lovecrafts “Berge des Wahnsinns” verfilmen würde. Das könnte die erste gelungene Lovecraft-Adaption der Filmgeschichte werden …