“Happy End mit Hindernissen”

Der deutsche Titel ist mal wieder nicht besonders: “Ils se marièrent et eurent beaucoup d’enfants” (Original) und “…and they lived happilly ever after” drücken die Stimmung von Yvan Attals Erstling viel besser aus. Denn es handelt sich beileibe nicht um eine romantische Komödie à la “Wie werde ich ihn los …” etc. Der Film ist ebenso traurig wie komisch; aber keines von beidem überwiegt. Attal erzählt langsam und leichtmütig von einem kleinen Freundeskreis in Paris. Dabei bleiben alle Figuren schön authentisch. Man würde sich, nach Betrachten des Films, nicht wundern, Gabrielle oder Francois draußen auf der Straße zu begegnen.

Wie er das gemacht hat, bleibt wohl sein Geheimnis – aber für seine erste Regiearbeit konnte Attal (der übrigens den Bösewicht im nächsten Bond-Streifen geben wird) eine ganze Reihe namhafter Schauspieler gewinnen. Allen voran natürlich seine wunderbare Frau Charlotte Gainsbourg und den unglaublich komischen Alain Chabat. In einer Nebenrolle tritt Johnny Depp auf und beweist, dass er solides Französisch spricht. Ferner Anouk Aimée, Claude Berry, Emanuelle Seigner und Attal selbst.

Zentrum der Geschichte sind Gabrielle (Gainsbourg) und Francois (Attal), die einen siebenjährigen Sohn haben. Obwohl Gabrielle weiß, dass Francois sie betrügt, verlässt sie ihn nicht; und obwohl Francois Gabrielle betrügt, weiß er, dass er sie nicht verlassen kann. Das klingt tragischer, als es im Film tatsächlich ist. Die Figuren wirken sehr realistisch; komplex, und verweigern sich allzu einfachen Lösungen, die gewöhnliche Drehbücher wohl anbieten würden.

Ein sehr sehenswerter, schöner kleiner Film, womöglich der erste Schritt einer größeren Regiekarriere. Aber erst kommt wohl Bond… Der Trailer ist übrigens hier zu sehen.