Rob Zombie hat den modernen Horrorfilm einfach nicht verstanden. Paradoxerweise waren seine pubertären Gewaltstreifen “House of 1.000 corpses” (2002) und “The Devil’s Rejects” (2005) aber so erfolgreich, dass man ihm das Remake von John Carpenters “Halloween – Die Nacht des Grauens” (1978) antrug.

Angesichts dieses modernen Klassikers ließ der Regisseur, der eigentlich Rockmusiker ist, sich zu einer “Re-Imagination” hinreißen: Er verlegt die Handlung des Originals in die Gegenwart und verpasst dem wahnsinnigen Serienmörder Michael Myers eine Vorgeschichte. Letztlich hat Zombie also eine Mischung aus Prequel und Remake gemacht; keines von beidem funktioniert.

Umso fremder das Monster, desto gruseliger: Diese Faustregel beherzigen die modernen Horrorfilme, ob “Die Nacht der lebenden Toten” (1968), “Alien” (1979) oder “Das Schweigen der Lämmer” (1991). Wer dagegen Gründe liefert, macht den Horror verständlich, möglicherweise sogar nachvollziehbar. Und das raubt ihm jeden Effekt.

Rob Zombie lässt diese Regel außer acht, wie er sich überhaupt wenig um Spannungsaufbau schert. Das ist der große Fehler seines Films, mag er auch handwerklich einige gute Ansätze haben. Am Unheimlichsten ist noch das populärpsychologische Gebräu aus Tierquälerei, Missachtung und einer klischeetriefenden White-Trash-Familie, mit dem er Myers’ Kindheit anfüllt.

Leider ist der Film andererseits nicht so schlecht, dass mangelnde Qualität ihn schon wieder sehenswert macht, wie das bei Ed Woods “Plan 9 from Outer Space” der Fall ist. Insgesamt vertane Zeit.

One Comments

  • Mitch 19 / 05 / 2008

    Sehr richtig, vertane Zeit. Der Film gruselt einfach nicht und erzeugt keine Spannung, weil er immer laut ist. Ganz anders das Original. das wird auch mal leise und schockt dann umso lauter.

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