Ben Stiller wird alt! Aber, das macht ihn glücklicherweise nicht weniger lustig, was man ja unlängst bei seiner Avatar-Hommage während der Oscars sehen konnte. Und wie sieht es bei ihm filmtechnisch aus?

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Roger Greenberg ist ein absoluter Verlierer. Nicht nur das, er genießt es anscheinend auch noch. Immerhin ist es schwer verständlich, dass er – frisch arbeitslos – gar nicht auf der Suche nach einer neuen Anstellung ist, sondern viel lieber den Housesitter für seinen erfolgreichen Bruder spielt.
Seine Wiedervereinigung mit seinem ehemaligen Kumpel und Bandkollegen (Rhys Ifans) verläuft auch nicht gerade erfolgreich, dafür scheint die Assistentin seines Bruders (Greta Gerwig) eine merkwürdige Anziehung auf Roger auszuüben, vielleicht genug, um aus seiner Krise heraus zu kommen, die ihm immer klarer wird.
Regisseur Noah Baumbach ist heißgeliebt unter Fans des Independent Kinos und kann sich sogar damit rühmen, dass die Indie-Folkgruppe Noah and the Whale ihren Namen aus seinem Nachnamen und seinem Film “The Squid and the Whale” abgeleitet hat.
Für “Greenberg” hat er nicht nur Ben Stiller für die Hauptrolle, sondern auch den begnadeten Rhys Ifans und Jennifer Jason Leigh begeistern können und hat so ein solides Cast, dass mit neurotischer Zielsicherheit durch die Midlife-Crisis segelt.
Auf den ersten Blick passieren nie große Dinge im Universum des Noah Baumbach, aber genau dort kann der Zuschauer ansetzen und sich selbst finden, denn die zynische Angst vor der Zukunft treibt Roger dazu, eben nichts mit seinem Leben anzufangen, was geradezu einem Drücken der Pause-Taste ähnelt.
“Greenberg” ist humorvoll, gewitzt und tatsächlich warmherzig und kann – mit oder ohne Aprilscherz – ab dem 1.April im Kino genossen werden.

Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Jennifer Jason Leigh, Noah Baumbach
Darsteller: Ben Stiller, Rhys Ifans, Jennifer Jason Leigh, Greta Gerwig
Musik: James Murphy