Ozzy Osbourne, Lady Gaga, Hulk Hogan, Elton John – übertriebenes Name Dropping bei Animationen ist eigentlich kein gutes Zeichen, ob die Shakespeare Adaption dennoch funktioniert…

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Die befeindeten Gartenzwerg-Communities Montague und Capulet würden eher auf glühenden Kohlen schlafen, als sich gegenseitig etwas Gutes zu gönnen. Wie dumm, dass ausgerechnet Gnomeo Montague und Julia Capulet sich verlieben und…naja, den Rest der Geschichte kennt man wohl, wobei das Ende sicherlich leicht abgeändert wird, um die Kinder nicht in Aufruhr zu bringen.

Dass die Idee erst von Disney, dann von Miramax fallen gelassen wurde, um letztendlich von Starz Animation in Toronto unter Touchstone produziert zu werden, spricht nicht gerade für eine Komödie, die so selbstsicher ist, dass sie bereits vorab von einem Zwerg ankündigen lässt, dass die Geschichte nun schon etliche Male verfilmt wurde, nur um zu versichern, dass diese Interpretation jedoch anders sein würde.
Nun, anders ist nicht gleich besser, vor allem dann nicht, wenn zwar das Konzept (oh, Gartenzwerge, die zum Leben erwachen, wenn die Menschen weg sind, das erinnert ein wenig an Toy Story, nur in langweiliger) einigermaßen ungewöhnlich ist, aber sowohl Dialoge als auch Animation nicht allzu humorvoll, einfallsreich oder liebevoll sind.
Im Gegensatz zu Toy Story, liegt der Fokus nämlich nicht auf den Charakteren, sondern auf der ach so witzigen Idee, eine große Tragödie ausgerechnet mit Gartenzwergen zu verfilmen, so dass auf diesem Witz so lange herum geritten wird, bis auch der Letzte es verstanden hat.
Für Kinder wird der bunte Reigen sicherlich genug Unterhaltung bieten, aber jeder erwachsene Trickfilm-Fan wird enttäuscht sein, die zahlreichen Elton John Songs irgendwann als überflüssig empfinden und sich fragen, warum seit Shrek so wenig Animationen ohne selbstreferentielle Ironie auskommen und ständig cleverer als der Zuschauer und weniger naiv als die alten Klassiker sein müssen, denn dadurch geht auch ein großer Anteil an Charme verloren.
Starz Animation können allerdings auch anders, das aber vorwiegend mit Produktionen für die Erwachsenen, so sind das Science Fiction Spektakel “9” und die Hellboy-Animationen sehr beeindruckend und auf jeden Fall sehenswert.
“Gnomeo und Julia” sind es weniger, können aber auf der Durststrecke zum nächsten Trickfilm von Pixar und Co gerne als Ersatz für die lieben Kleinen verwendet werden.

Ab dem 24.3.2011 im Kino.

Regie: Kelly Asbury
Drehbuch: John R. Smith, Rob Sprackling
Musik: James Newton Howard, Elton John, Lady Gaga