Es könnte ein bisschen in die Hose gehen, immerhin ist der Serienhit aus den USA auch deshalb so beliebt, weil die Storys der Teenager so spannend sind. Ohne das bleiben nur viele Autotune-Nummern und Doku-Kram, der mehr oder weniger glaubwürdig ist.

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Nachdem Glee die Welt innerhalb von Sekunden im Sturm eroberte, schien es unerlässlich, die Häme ob der offensichtlich überproduzierten Seriensongs mit einer Live Tour nieder zu stampfen. Die brachte die Protagonisten der Serie nicht nur quer durch Amerika, sondern auch nach Irland und Großbritannien. Mehr als 70000 Menschen fieberten live mit, nun sollen noch mehr das Spektakel auf der Kinoleinwand betrachten.

Für die riesigen Megafans bedeutet das doppelte Freude: Nicht nur, dass sie die besten Songs in Konzert-Atmosphäre geliefert bekommen, Glee on Tour präsentiert auch einen Blick hinter die Kulissen mit Interviews und Späßen der Schauspieler. Und sogar Jane Lynch (Sue Sylvester) und Gwyneth Paltrow (Holly Holliday) werden kurz vorbei schauen.

Nun, so glitzernd bunt und schön das alles klingt, es wirkt schon merkwürdig, denn das Konzept der Konzerte war, die Rollen der Serie bei zu behalten, während hinter der Bühne die Schauspieler hinter den Glee-Charakteren zu Wort kommen, wobei man sich unweigerlich fragt, wie viel man wirklich von den realen Menschen zu sehen bekommt.
Zudem ist so eine aus dem Zusammenhang der Serie gerissene Setlist wohl vorwiegend für Fans ein riesiger Spaß, andere werden diverse Songreihenfolgen etwas verwirrend finden, etwa wenn einer herzergreifenden Ballade ein Salt’n Peppa Hit vorausgeht.

Regie führt Kevin Tancharoen, der bereits den 80er Hits “Fame” als spannungsarmes Remake verbockt hat, aber mit diesem Material nicht viel falsch machen kann, denn Glee Fans (auch Gleeks genannt) werden sich ganz sicher nicht um die Schnitte und Kameraeinstellungen kümmern, so lange sie ihre Lieblinge oft genug zu sehen bekommen.

Ach ja, und weil es zur Zeit so trendy ist, dass kein Konzertfilm ohne auskommt (siehe “the Bieb’s” Dokufilm), ist Glee on Tour – drei Mal dürft ihr raten – in 3D. Wem also die Mash-Ups und merkwürdigen Interpretationen großer Klassiker nichts ausmachen, der darf sich wenigstens an den Kopfschmerzen ärgern.

Ab dem 22.9.2011 im Kino.