Spielbergs Verfilmung des Kinderbuches mag bis jetzt gute Kritiken bekommen haben, aber wir sollten auch Augenmerk auf das großartige Theaterstück legen, das seit 2007 New Yorkern den Atem verschlägt.

[youtube bKCr_sJrdys]

Warhorse handelt von dem Jungen Albert, der sich mit einem Fohlen anfreundet, das er Joey nennt und trainiert. Als das Pferd als Kriegspferd verschifft wird, macht sich Albert auf die Suche nach seinem Freund.

Groß angelegt von Spielberg wurde der Film in den USA bereits vorwiegend gelobt, nicht zuletzt für die großartigen Bilder (in manchen Szenen sind bis zu 280 Pferde zu sehen). Dass die Originalstory Kino-gerecht umgeschrieben und daher Familien-freundlicher gemacht wurde als im Original, dürfte den Fans der emotionalen Blockbuster nicht sehr stören, den Buch- oder Theaterfreunden jedoch sehr wohl.

Denn das Theaterstück war und ist das genaue Gegenstück des pompösen Kinofilms. Vor einer simplistischen Kulisse wird das Pferd durch Puppenspieler ins Leben gerufen und überrascht gerade deshalb durch die lebensnahen Bewegungen und die emotionale Nähe, die der Zuschauer mit dem Tier aufbaut, so dass die Spieler nach und nach in den Hintergrund rücken.

[youtube q-bni4QqSv4]

Daher ist es sicherlich angeraten, Film und Theaterstück getrennt zu behandeln, wobei zu hoffen ist, dass es auch irgendwann einmal eine Aufnahme des Stückes gibt, damit die Leute auch außerhalb New Yorks und Londons etwas vom außergewöhnlichen Puppenspiel haben.

Das Originalbuch (für Kinder angedacht), wurde 1982 von Michael Morpurgo geschrieben, nachdem er mit Veteranen des ersten Weltkrieges über ihre enge Verbindung zu ihren Schlachtpferden gesprochen hatte. Schockierend war vor allem, wie viele Pferde im Laufe des Krieges starben.

Über längere Zeit versuchte Morpurgo, sein Buch in ein Drehbuch umzuschreiben, schaffte es jedoch nicht zu seiner Zufriedenheit. 2007 wurde es von Nick Stafford in ein Theaterstück umgeschrieben, das Drehbuch für den Film wurde von Richard Curtis und Lee Hall geschrieben, in beiden Fällen weicht die Erzählung vom Buch ab, das ausschließlich aus der Perspektive des Pferdes geschrieben wurde.

In der Hauptrolle wurde der 21-Jährige Jeremy Irvine gecastet, der relativ unbekannte Schauspieler musste sich zwei Monate lang durch die Vorsprechen kämpfen, bis er vor versammelter Mannschaft ein „Test-Skript“ las, in dem Albert dem Pferd sagt, dass ihm Steven Spielberg die Rolle gegeben hätte.

„Gefährten“, wie „War Horse“ leider etwas unglücklich im Deutschen heißt, ist sicherlich ein großartiges Kinoerlebnis, das mit beeindruckenden Bildern und einer Herz-erwärmenden Story alles bietet, was man im Kino erwartet. Doch wer die Gelegenheit hat, sollte nichtsdestotrotz versuchen, das Theaterstück zu sehen oder zumindest das Buch zu lesen.

Ab dem 16.2.2012 im Kino.

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Richard Curtis, Lee Hall, Michael Morpurgo (Originalbuch)

Darsteller: Jeremy Irvine, Emily Watson, Peter Mullan

Musik: John Williams