In Großbritannien ist Chris Morris einer der umstrittensten, aber auch berühmtesten Comedians, der mit seinen scharfen Satiren bereits Prominente und Politiker gleichermaßen vorgeführt hat.

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In seinem ersten Film geht es um eine Grupper junger Muslime, die sich entscheiden, Suizidbomber zu werden. Während zwei von ihnen nach Pakistan fahren, um in einem Camp das Handwerk zu lernen, verbleiben die anderen in Sheffield, trainieren Krähen dazu, Bomben zu tragen und rekrutieren weiter.

Drei Jahre lang hat Chris Morris damit verbracht, für den Film zu recherchieren, dabei redete er mit Spezialisten, Polizisten und Muslimen. Wer Morris’ Arbeit kennt, weiß, dass der Humor eben deshalb nie die Grenze des Geschmacklosen überschreitet, weil er sich genau mit dem Thema auseinander setzt und nichts für den Witz allein macht, sondern damit immer auch einen Seitenhieb auf die Gesellschaft austeilt.
Da Satire für manche Menschen ein Fremdwort ist, hat jüngst die CSU versucht, den Film in Deutschland zu bannen, weil er Terrorismus fördern könnte, so Abgeordneter Stephan Mayer. Man kann wohl davon ausgehen, dass keiner der Abgeordneten sich die Mühe gemacht hat, den Film zu sehen, vorschnelle Meinung ohne Hintergrundswissen kann man ja ironischerweise meistens denen vorwerfen, die sich über kritische Werke derjenigen beschweren, die genau recherchiert haben. Dennoch kann man natürlich für die kostenlose Promotion danken, immerhin wäre “Four Lions” ansonsten vielleicht noch untergegangen.
Ob die CSU ähnliche Bedenken hat, wenn “Mein Kampf” mit Tom Schilling in die Kinos kommt? Wer weiß schon, was in diesen Köpfen vor sich geht…

Ab de. 21.4.2011 im Kino

Regie: Chris Morris
Drehbuch: Chris Morris, Jesse Armstrong, Sam Bain
Darsteller: Riz Ahmed, Arsher Ali, Nigel Lindsay, Kayvan Novak