Einer der Top 5 Soundtracks der 80er, der Film selbst mit einer klassisch getanzen Wutszene und dazu noch Kevin Bacon Überschuss. So etwas kann in einem Remake ohne Bacon gar nicht funktionieren, oder?

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Rebel without a cause Ren McCormack kommt in die konservative und hoch geschlossene Kleinstadt Beaumont. In der südlichen Stadt herrscht Partyverbot, nachdem ein paar betrunkene Jugendliche bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Aber Ren wird das schon ändern. Und dass, wie man eben alle wahnwitzigen Gesetze außer Kraft setzt: mit der Magie des Tanzes!

Das große, gigantische Problem des 2011 Footloose Remakes ist das Jahr, in dem der Film gedreht wurde und das Jahr, in dem das Remake statt findet. Man kann es sich sehr wohl vorstellen, dass eine südliche Kleinstadt Amerikas in den 80ern denkt, dass Rock’n Roll und sexuelles Tanzen die Jugend in Verruf führt. Im 2011er Remake spielt dieser Grund keine Rolle mehr, da anscheinend nicht Alkohol und dumme Jugendliche, die in der Fahrschule nicht zugehört haben, für den Autounfall verantwortlich gemacht werden, sondern das Tanzen. So weit, so unglaubwürdig.

Dass der Film nicht das Wahre ist, merkte dann selbst Zac Efron, der zeitweise für die Hauptrolle des Ren angedacht war, dann aber aus dem Projekt austrat, weil er nicht nur mit Musicals verbunden werden wollte (bzw. schlechten Musicals). Auch Gossip Girl Schönling Chace Crawford musste aufgrund von wichtigeren Filmterminen absagen, als letzter Ausweg blieb nur noch Kenny Wormald, der im 0815 Sequel zum sehr wohl guten „Center Stage“ im TV versuchte, seine Würde zu bewahren.

Tänzerisch darf man viel erwarten und dann lange nichts mehr. Dennis Quaid als verstockter Reverend führt seine rätselhaft schlechte Filmwahl weiter fort, Andie McDowall gibt es anscheinend immer noch – Überraschung!
Bis auf einige Klassiker des Originals (sicherlich in grotesken Coverversionen) wurde der Soundtrack völlig neu konzipiert, mit Deborah Lurie verantwortlich für die Kompositionen muss man gespannt sein, die Liste ihrer Filmcredits ist lang, die Liste der musikalisch beeindruckenden Filme setzt sich aus „Dreamgirls“ zusammen.

Auch Paramount Pictures glaubt so fest und herzlich an das Footloose 2.0 Projekt, dass es weh tut, ansonsten wäre der originale Regisseur Kenny Ortega wohl nicht wegen des niedrigen Budgets (25Mio $, für einen Blockbuster etwas zu wenig) ausgestiegen. Um die Motivation der Macher weiter zu dämpfen, wurde der Film auch noch von April 2011 auf Oktober 2011 verlegt.

Bei uns läuft der Film genau eine Woche nach dem amerikanischen Start an und zwar am 20.10.2011, unsere Füßen werden sich wohl kaum lockern, aber für tanzbegeisterte Teenies wird es sicher spaßig, denn der Markt an unbeeindruckenden Tanzfilmen versiegt trotz anhaltend schlechter Kritiken einfach nicht. Wenn es das Publikum so will, soll es das Publikum so haben.

Regie: Craig Brewer
Drehbuch: Craig Brewer, Dean Pitchford
Darsteller: Kenny Wormald, Julianne Hough, Andie McDowell, Dennis Quaid
Musik: Deborah Lurie