Im Laufe dieses Jahres steht die Europameisterschaft im Fußball an. Das ist nicht in jeder Hinsicht eine gute Nachricht: Mag sein, dass wir ganz anständige Chancen auf den Titel haben, und sicher wird es eine Menge Spaß machen – aber fühlen Sie sich bitte nicht verleitet, in der Videothek Ihres Vertrauens nach Fußballfilmen zu fragen! Denn die sind grundsätzlich schlecht. Ok, “Kick it like Beckham” habe ich nicht gesehen.

Dafür aber “Shaolin Kickers” … und Wortmanns abartiges, totlangweiliges “Sommermärchen” … und, gestern: “Fever Pitch”, eine romantische Fußballkomödie nach Nick Hornby, immerhin ganz sympathisch besetzt mit Colin Firth. Zu deutsch trägt der Streifen den entzückend phantasielosen Titel “Ballfieber”. Worum geht’s? Nun, ehrlich gesagt, tut sich da die erste Schwierigkeit auf, denn das Drehbuch von Mister Hornby erweist sich als nicht ganz so schlüssig wie (vielleicht) der Roman. Er hat es, soweit ich weiß, nach “Fever Pitch” (1997) auch nicht wieder mit dem Drehbuchschreiben versucht.

Einen Eindruck von Hornbys cineastischer Begabung vermittelt bereits der lustige, abgefilmte (!) Trailer:

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Im Großen und Ganzen erzählt “Fever Pitch” von einem Jungen, der im Arsenal der 60er aufwächst, Fußballfan wird, 20 Jahre mit seinem Verein verbringt (als Fan, wohlgemerkt), schließlich eine Frau kennenlernt – das aber leider Gottes im Schicksalsjahr 1989 … – und es sieht alles danach aus, als müsse der arme Kerl (Paul, übrigens) sich entscheiden zwischen seinem Fan-Dasein und der Liebe …

Muss er natürlich nicht. Aber, hey, überrascht Sie das? Der Film leidet insgesamt an einer unglaublichen Absehbarkeit; man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das Alles schonmal gesehen zu haben. Hat man vermutlich auch; bloß besser …

Beispielsweise, wenn der Junge das Mädchen bei strömendem Regen nach Hause fährt und sie ihn fragt, ob er noch einen Kaffee möchte. Erstens, wir kennen diese Szene dermaßen auswendig, dass sie nur noch auf eine Art gezeigt werden sollte, nämlich:

Sie: Kommst Du noch rauf auf einen Kaffee?

Er: Ich trinke eigentlich keinen Kaffee.

Sie: Ich habe auch gar keinen…

(Schnitt, Sex)

Das wäre ökonom- und ironisch; es wäre lustig. Stattdessen muss ich mir den Quatsch ständig aufs Neue anschauen. (A propos: Regnet es in der Wirklichkeit eigentlich jemals so sintflutartig wie in Serienkillerfilmen (“Seven”) und romantischen Komödien?