“I’m a planet!”

Juno steht auf Punk. Juno säuft literweise Orangensaft. Juno raucht Pfeife. Juno mag Dario-Argento-Filme. Und: Juno ist schwanger.

“Juno”, der neue Film von “Thank you for smoking”-Regisseur Ivan Reitman, erzählt die unglaublich sympathische Geschichte einer eigensinnigen High-School-Schülerin (Ellen Page), die eines Tages aus Versehen schwanger wird.

[youtube K0SKf0K3bxg]

Als sie erfährt, dass das Ding in ihrem Bauch immerhin schon Fingernägel hat, beschliesst sie, dass eine Abtreibung nicht infrage kommt. Behalten kann sie das Kind freilich auch nicht – was tun? Glücklicherweise weiß Junos beste Freundin guten Rat: Kinderlose Paare inserieren im Anzeigenheftchen! Die beiden suchen kurzerhand ein vernünftig scheinendes, gut verdienendes Paar (Jennifer Garner, Jason Bateman) heraus und melden sich…

Der Film wartet mit einigen Überraschungen auf und hat – definitiv verdientermaßen – den Oscar fürs beste Drehbuch 2008 bekommen. Der verblüffendste Einfall ist die erfrischende Selbstverständlichkeit, mit der Junos Eltern, ihr Freund etc. ihre Schwangerschaft aufnehmen – Du bist schwanger? Well. We’ll get over it … Drehbuchautorin Diablo Cody kann sich zurzeit vor Anfragen kaum retten.

“Juno” war ein Überraschungserfolg in den Vereinigten Staaten und wurde teilweise (leider) von der Anti-Abtreibungsliga instrumentalisiert. Dagegen freilich wehrt sich Autorin Cody: Sie, gestand sie jüngst in einem Interview, habe nur die Geschichte eines Mädchens erzählen wollen, das sich für das Kind entscheidet. Anderen Frauen ins Gewissen zu reden läge ihr freilich fern.

Man hört gern so unerwartet liberale und emanzipierte Worte aus dem allzu evangelikalen Amerika. Und “Juno” hätte es verdient, in Europa ebensogroßen Erfolg zu haben wie in Übersee.