Werner Herzog pendelt immer wieder zwischen Spielfilm, Autorenkino und Dokumentation. Sein neuestes Werk wurde jetzt in die Shortlist für die Oscar-Nominierungen aufgenommen.

Aus 94 Dokumentarfilmen wurden am Montag, den 17. November 15 Filme ausgewählt, aus denen die fünf Nominierungen in der Kategorie “Documentary Feature” bei den 81. Academy Awards (“Oscar”) 2009 hervorgehen werden. Die Oscar-Verleihung wird am 22. Februar 2009 stattfinden, genau einen Monat vorher werden die fünf Kandidaten bekannt gegeben.

Sich gegen so viele Mitbewerber durchzusetzen ist keine leichte Aufgabe, doch zeichnen sich Herzogs Dokumentationen durch ihre eigensinnige Erzählstruktur und gerade auch durch den subjektiven Blick des Regisseurs aus. Diese spezifischen Merkmale könnten ihm helfen, sich von den anderen potentiell nomierten Filmen abzusetzen. Sie könnten aber auch die Hoffnung auf den begehrten Preis durch ihre Eigenwilligkeit zerstören.

In “Encounters at the End of the World” verschlägt es Herzog in die Antarktis. Er besucht die Männer und Frauen, die bewusst der Zivilisation entsagt haben, um in der Einöde wissenschaftliche Forschungen voranzutreiben. Beeindruckende Landschafts- und Unterwasseraufnahmen und viele schräge Persönlichkeiten begegnen ihm im ewigen Eis. Ihre Arbeit, ihre absurde Abendgestaltung und ihr täglicher Kampf ums Überleben werden Kunstvoll von Werner Herzog in Szene gesetzt.

Als einer der Vertreter des Neuen Deutschen Films hat Herzog einige der bedeutsamsten Filme des Nachkriegskinos geschaffen. Fünf davon entstanden mit dem exzentrischen Klaus Kinski, dem er mit “Mein liebster Feind” 1999 ein dokumentarisches Denkmal setzte. Sollte die Academy sich für Herzogs Dokumentation im Februar entscheiden, wäre dies der erste Oscar für den aus Bayern stammenden Regisseur.

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