Business - Lüge
Die drei Filme der Reihe von „Der Pate“ gehören zu den besten Trilogien, die die Traumfabrik Hollywood zu bieten hat. Basierend auf den Romanen von Mario Puzo verfolgen die drei Filme die Geschichte des sizilianischen Verbrecherclans der Corleones. Die Geschichte voller Vertrauen, Verrat, von ehrgeizigen Emporkömmlingen und mächtigen Vätern ist hochkarätig besetzt, brillant inszeniert und hat das Genre des Mafia-Films maßgeblich geprägt.

Die zwei Gesichter einer Familie

1972 setzte der erste Teil der Corleone-Saga filmische Maßstäbe. “The Godfather” von Francis Ford Coppola war einer der prägendsten Filme der 70er Jahre. Szenen wie der tote Pferdekopf brannten sich in das kollektive Gedächtnis einer Generation – zumal der Schrei echt war, es wurde nämlich ein echter Pferdekopf verwendet.

Auch der Vater des Method Acting, Marlon Brando, machte sich als Don Vito Corleone unsterblich. Sein bitter ruhiges Spiel, seine präzise Trägheit und die unterschwellige Bedrohung, die von dem Patriarchen ausgeht, verewigten Brando als einen besten Schauspieler aller Zeiten.

Das Besondere der Geschichte liegt in der Menschlichkeit der Mafia und den Motiven von Familie und Entfremdung. So ist Don Vito nach dem Zweiten Weltkrieg der König des organisierten Verbrechens in New York, doch als ein blutiger Krieg um die Vorherrschaft der Unterwelt losbricht, muss Don Corleone das Erbe seiner Familie an seinen jüngsten Sohn weitergeben. Ausgerechnet Veteran Michael (Al Pacino in der Rolle, die ihm Weltruhm brachte), der niemals in die kriminellen Tätigkeiten verwickelt werden wollte,  soll nun das Familiengeschäft übernehmen. Dabei ist Michael talentierter als er es je für möglich gehalten hätte.

Vom Aufstieg und Fall

“Der Pate 2” gilt für viele Experten als der beste Teil der Reihe, immer noch unter Coppolas Regie ist die Fortsetzung von 1974 bereits zu früher Meisterschaft gereift und erzählt sowohl die Geschichte von Michaels Expansion in den 50ern, aber auch Don Vitos frühe Jahre im klassischen New York der 20er Jahre. Robert De Niro portraitiert die jungen Jahre des Patriarchen. Besonders der für damalige Verhältnisse revolutionäre Erzählstil aus Rückblenden, der zwei parallel laufende Geschichten erzählt, macht den Film so einzigartig.

1990 folgte dann der dritte Teil. Francis Ford Coppola und Al Pacino sind in den Jahrzehnten beide zu markanten Größen Hollywoods gereift und beleuchten im dritten Teil die späten Jahre Michael Corleones. Der sucht inzwischen Vergebung für seine Sünden, findet jedoch gleichzeitig in Vincent (Andy Garcia) einen Nachfolge, den er nach seinem Bild formen kann.

Ein Film, den man nicht ablehnen kann

“Der Pate” gehört mit seinen drei Teilen zu den Must-Sees des letzten Jahrhunderts und so findet sich auch ein Spielfilm-Klassiker wie dieser auf Kinowelt TV. Wer die Welt der Corleones bisher nur aus filmischen Zitaten, Parodien und Kopien kennt, sollte unbedingt tiefer in die düstere und berührende Welt Puzos abtauchen.

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