In den letzten Jahren treten sie auf dem DVD-Markt gehäuft auf: Die Sondereditionen. Meist von großen Zeitungen oder einem Magazin gesponsort, werden ausgewählte Filme in mehr oder weniger edler Aufmachung präsentiert.

Was vor ein paar Jahren noch neu und aufregend war, gehört mittlerweile schon fast zum guten Ton. Ich habe mir die Varianten von Focus und Süddeutscher Zeitung herausgesucht und verglichen.

Vom Umfang her gewinnt ganz klar die SZ. Die haben seit 2005 ganze hundert Titel zusammengestellt und als Sammlung veröffentlicht. Dem gegenüber steht die Focus Edition mit 50 Titeln.

Die inhaltlichen Werte sind bei beiden Editionen im Bereich “Qualität” angesiedelt. Dabei setzte die Süddeutsche mit ihrer Sammlung verstärkt auf Klassiker – hier finden sich die berühmtesten Regisseure und Schauspieler vergangener Tage. Hitchcock, Truffaut, Eastwood – mit einer Bandbreite von Drama bis Western werden die sogenannten “epischen” Filme abgedeckt. Es finden sich fast keine neueren Filme, dafür macht die Kollektion tatsächlich den Eindruck einer von Filmkennern zusammengestellten Cinemathek angenehmer Hollywood-Filme.

Auch bei der Focus Edition wird man keine Horrorfilme finden. Die Herausgeber setzen im Gegensatz zum rein klassischen Ansatz der SZ auf eine Mischung aus alt und neu: Filme wie Taxi Driver und Casablance mischen sich mit Million Dollar Baby und The Big Lebowski. In der Focus Edition sind Filme enthalten, die zwar gut, aber nicht abgehoben ausgewählt wurden. Es sind meistens Filme, die zu ihrer Zeit Kassenschlager gewesen sind, wie Vom Winde verweht, oder eben Kultstatus besitzen wie die Abenteuer des Dude.

Beide Ansätze beim Zusammenstellen der Editionen haben ihre Berechtigung für mich. Das Vorurteil, der Focus würde “nur” Blockbuster vorstellen, bestätigt sich teilweise – es sind aber durchgängig gute Filme. Für Liebhaber, die das nötige Kleingeld besitzen, empfiehlt sich in jedem Fall die Cinemathek der SZ, alle anderen dürfen sich aus beiden Editionen ihre Lieblingsfilme raussuchen.