Rocko Schamoni ist sowas wie Nick Hornby für Deutsche. Wobei, Nick Hornby schreibt über Musik, weil er selbst keine Songs schreiben kann, Rocko hingegen schreibt darüber, wie er sie gemacht hat.

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Seinen Roman Dorfpunks, hierzulande einer der Popromane schlechthin, wurde nach dem Erfolg von Heinz Strunks “Fleisch ist mein Gemüse” gleich hinterher produziert und scheint alle Zutaten zu haben.
Unbekannte Jungschauspieler, die realistisch spielen, einen naiv-charmanten Punkrock-Soundtrack und Nebenrollen, die brillieren wie etwa Axel Prahl aus “Halbe Treppe”.
Ganz nach Schamoni sind manche Dialoge ein wenig zu zitierbar und wirken daher selbst durch das gute Spiel der Jungs nicht ganz so natürlich, aber wenn man über derartig intellektualisierte Floskeln hinweg sieht, macht der Film schon Spaß.
Ob es ein aktuelles Thema ist und ob es tatsächlich ein Zielpublikum für die Story gibt, ist eine andere Frage, denn “Fleisch ist mein Gemüse” funktionierte vor allem durch Strunks Erzählweise und das Talent wirklich kleine Situationen ganz groß und ganz witzig aufzubauen, während die Melancholie immer mitschwang.
Dorfpunks ist hingegen etwas träge im Humor und verlässt sich zu sehr auf die Story – Punks auf’m Dorf, eben und ob das heute – nachdem die Mittzwanziger nicht mehr wirklich viel damit anfangen können – im Kino funktioniert, steht in den Sternen.
Der Film ist aber lange nicht schlecht und wird hier auch Wärmstens empfohlen, nur ist es eben manchmal schwierig, sich mit den Hauptdarstellern zu identifizieren, die irgendwie immer an andere Figuren aus anderen Filmen und Büchern erinnern.
Trotzdem, hingehen lohnt sich, denn das deutsche Kino blüht zur Zeit.