Als ob Garfield und Alvin & die Chipmunks nicht schon genug gewesen wären, nein, jetzt bedienen sich die Hollywood Monster der 3D Maschinerie auch noch den blauen, so wunderbar altmodischen Schlümpfen, nur um alles hip, modern und unerträglich zu machen.

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Vom bösen Gargamel verfolgt, stolpert eine handvoll Schlümpfe in eine geheimnisvolle Höhle, die im Rahmen eines magischen blauen Mondes zu einem Portal wird, das die Schlümpfe in das moderne New York verschlägt, wo sie alsbald bei Patrick (Neil-Patrick Harris) und Grace Winslow (Anna Faris) landen und dort ganz schön viel Unfug treiben und weil das noch nicht genug ist, hat Gargamel natürlich auch schon die Fährte aufgenommen.

Es gibt Dinge, die funktionieren, etwa eine Komödie über eine Zeichentrickprinzessin, die plötzlich im echten New York landet, oder den Muppets, die um ihr altes Theater zu retten, wieder zusammen finden müssen. Aber heißgeliebte Zeichentrickhelden in hässliche 3D Animationen zu packen, ihren altmodischen Charme damit kaputt zu treten, sich über all das lustig zu machen, was sie in unserer Kindheit so kostbar gemacht hat und dann auch noch eine mehr als einfallslose Story zu verwenden ist einfach dreist. Natürlich wird es ein Blockbuster, natürlich werden die Kassen klingeln, aber was Produzend Jordan Kerner da seit mehr als 5 Jahren angeleiert hat, ist einfach nur traurig. Aber gut, wer – damals noch mit “grüne Tomaten” erfolgreich – in den letzten Jahren durch Kinoflops a la “Snow Dogs”, “Inspector Gadget” und “George der aus dem Dschungel kam” (inklusive sämtlicher Sequels) aufgefallen ist, hat wohl auch keinen Sinn danach, seinen Ruf zu retten. Damit das Schrecken kein Ende nimmt, versprach er auch eine Trilogie, die hoffentlich auf DVD zu Ende geführt wird.

Verantwortlich für die hanebüchene Idee, alles in einem Mix aus 3D und Realaufnahmen zu drehen, anstatt – wie es hätte sein sollen – einen liebevoll animierten Zeichentrick zu drehen, war jedoch Michael Lynton, der Geschäftsmann für Disney, Warner und Sony ist, früher die Schlümpfe gerne gesehen hat, aber anscheinend keinen Sinn dafür hat, wie man solche Erinnerungen liebevoll bewahrt, ohne sie in den Häcksler zu schmeissen. Damit auch ja alles schlimmer wird, wurden die Drehbuchautoren von “Shrek 2” und “Shrek 3” organisiert und Raja Gosnell, dessen letztes Meisterwerk “Beverly Hills Chiuaua” war, als Regisseur engagiert.

Warum sich Neil-Patrick Harris für so einen Mist hergibt? Nun, seit er “Beastly”gedreht hat, wundert mich nichts mehr, aber Harris geht auf dünnem Eis, ein legendärer Serien- sowie Onlineseriencharakter kann einem nur so weit den Hals retten, wenn man konsequent schlechte Drehbücher annimmt, als würde es kein Morgen geben.

Ab dem 4.8.2011 kann man sich dieses Trauerspiel ansehen und bevor hier jemand meint, dass ich doch einen Film nicht einfach so verreissen kann, bevor er in die Kinos kommt:

Sollten die Schlümpfe 2011 tatsächlich ein gut durchdachter, liebevoller und unterhaltsamer Film sein, werde ich mich offiziell entschuldigen, bis dahin bleibe ich bei den Klassikern.

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