Aus Solidarität mit den streikenden Drehbuchautoren wollten amerikanische Schauspieler die für Sonntag geplante Preisverleihung boykottieren. Die Veranstalter haben die Golden Globes 2008 gestern kurzerhand abgesagt.

Nominierte Schauspieler wie Julia Roberts, George Clooney und Tom Hanks hatten erklärt, nicht an der Zeremonie teilnehmen zu wollen. Auch viele der als Laudatoren vorgesehen Darsteller sagten ab. Die Writers Guild of America (WGA), die Gewerkschaft der Autoren, hatte zuvor angekündigt, bei der Preisverleihung Streikposten errichten zu wollen, da die Produktionsfirma Dick Clark Productions, die die Golden Globes ausrichtet, bestreikt wird. Die Schauspieler-Gewerkschaft (Screen Actors Guild, SAG) erklärte sich solidarisch.

Seit Anfang November streiken rund 3.000 Film- und Fernsehautoren in Amerika. Sie wollen eine Beteiligung an DVD-Tantiemen, sowie Abschläge für Internet- und Mobilfunkverwertung erreichen. Der Streik zeigte nahezu unmittelbare Wirkung: Mehrere Late-Night-Formate (wie die “David Letterman Show”) und zahlreiche Serien (u.a. “Desperate Housewives”) mussten ihre Produktion einstellen und Wiederholungen senden. Auch Filmproduktionen sind betroffen und liegen bis auf Weiteres auf Eis.

Eine Einigung schien – ansatzweise – für diese Woche möglich. Inwiefern die Absage eines der wichtigsten Filmpreise der Welt, der als richtungsweisend für die im Februar verliehenen Oscars gilt, zu einer weiteren Eskalation führen könnte, ist bislang nicht absehbar. Die Gewinner der Golden Globes sollen übrigens am Sonntagabend während einer einstündigen Pressekonferenz verkündet werden.

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