Als geplagter Witwer erkundet Daniel Radcliffe in einem Hammer Horror ein spuckendes Haus und muss sich außerdem noch mit einer wütenden Dorfgemeinschaft herum schlagen. Wie schlägt sich der Jungschauspieler in seiner ersten großen Rolle nach Harry Potter?

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Der Witwer Arthur Kipps (Radcliffe) hat nur noch eine Chance, um seinen Beruf als Anwalt zu behalten, er muss die Dokumente einer jüngst Verstorbenen auf ihrem Anwesen untersuchen. Als er in der Kleinstadt ankommt, an der das Anwesen liegt, schlägt ihm sofort eine Welle der Abneigung entgegen und auch sein Aufenthalt im Haus der Verstorbenen entwickelt sich mehr und mehr zur psychischen Zerreißprobe, denn irgendeine Seele kann anscheinend keine Ruhe in den dunklen Gemäuern finden.

Gut schlägt er sich, auch wenn es für Fans der Potter Reihe besonders anfangs ein wenig seltsam ist, ihn ganz ohne Schuluniform, Brille und Zauberstab zu sehen, doch nur weil er noch nicht in allzu vielen Kinofilmen seit Harry Potter zu sehen war, heißt das nicht, dass Radcliffe nicht schon von sich Reden gemacht hat, war er doch lange am Theater unterwegs und spielte dort zu reißenden Kritiken auf.

„Die Frau in Schwarz“ ist ein wunderbar klassischer Gruselfilm mit der typischen Kulisse: triste Natur, die in Nebel und Regen zu einem Grauton verschwimmt, während die erdrückend opulente Ausstattung des Herrenhauses zur allgemein melancholischen Stimmung des Filmes beiträgt.

Dabei wird alles klassisch gehalten, was klassisch gehalten werden kann. Jeder der Charaktere scheint ein dunkles Geheimnis zu haben, der Protagonist selbst leidet emotional und bewegt sich dabei immer dicht am Wahnsinn und selbst die Geistererscheinungen sind lediglich gefühlte Schatten, die kaum Form annehmen.

Für Fans der alten, englischen Gruselfilme ist „Die Frau in Schwarz“ daher eindeutig zu empfehlen, nicht zuletzt, weil die Story größtenteils plausibel erzählt wird und auch die Charakter-Beweggründe glaubwürdig sind.

Wer sich an moderne Spukhäuser a la „Insidious“, „Paranormal Activity“ oder „The Grudge“ gewöhnt hat, dem wird der Film an einigen Enden eventuell zu altbacken erscheinen, was die Nutzung von wirksamen Spukmomenten aus den Augenwinkeln angeht (in „Die Frau in Schwarz“ wird dem Zuschauer das Gruseln quasi auf einem Teller präsentiert), aber unterhaltsam ist es allemal und definitiv besser als das ähnlich klingende „The Awakening“.

Ab dem 29.3. im Kino.

Regie: James Watkins

Drehbuch: Jane Goldman (nach dem Buch von Susan Hill)

Darsteller: Daniel Radcliffe, Ciaran Hinds, Janet McTeer, Sophie Stuckey

Musik: Marco Beltrami