Christoph Waltz bleibt seiner Rolle als international anerkannter Bösewicht treu und rüttelt damit an Alan Rickmans Thron. Ob das mit dem neusten Abenteuerfilm wirklich gelingt?

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Ach Richelieu (Waltz), er wird es wohl nicht lernen, denn in immer wieder neuen Versionen der Geschichte von Alexandre Dumas, versucht er, die Krone an sich zu reißen, aber oh weh, ohne Erfolg, so scheint es, immerhin sind die drei Musketiere (Matthew Macfadyen, Ray Stevenson, Luke Evans) unterwegs, mit Hilfe von D’Artagnan. Doch nach einem fehl geschlagenen Geschäft mit der hinterhältigen Milady (Milla Jovovich) und dem verdorbenen, dennoch so charmanten Buckingham (Orlando Bloom), muss deren Ego erst einmal vom Jungspund D’Artagnan aufgeputscht werden.

Viel ist nicht zu erwarten, denn auch wenn Die Drei Musketiere tapfer versuchen, Steampunk Epen a la “Wild West” oder “Sherlock Holmes” nach zu eifern, so fehlt es dem Film anscheinend etwas an…nun ja…Dampf, denn auch wenn vor allem die Nebenschauspieler (bis auf Til Schweiger) durchweg aus großartigen Filmen bekannt sind und insgesamt einen Riesenberg an Talent mitbringen, so mangelt es der Story und den Hauptcharakteren an Finesse, dem Film an Hingabe und dem Steampunk an Einfallsreichtum. Was bleibt, ist ein Action-Adventure Spektakel, das offensichtlich nur im Fahrwasser des derzeitigen Retro-Trends mitschwimmen will, allerdings wenig Neues hinzu zu fügen hat. Dass die drei Musketiere inklusive D’Artagnan dabei von den Bösewichten an die Wand gespielt werden, kommt ihnen nicht gerade zur Hilfe.
Wenn man sich ansieht, wer an dem Film beteiligt war, dann scheint das auch langsam Sinn zu ergeben, Regisseur Paul W.S. Anderson drehte die “Resident Evil” Teile, es ist also offensichtlich, dass er eine Schwäche für Jovovich hat, aber auch, dass er nicht immer ein Gefühl für eine Story/Action-Balance hat. Unter den Drehbuchschreibern befindet sich Andrew Davies, der im britischen Fernsehen und Kino eher für klassische Verfilmungen von Romanzen, sowie die Drehbücher für “Bridget Jones” verantwortlich ist. Ein Regisseur, der zuviel auf Action gibt und ein romantischer Drehbuchschreiber, der quasi keine Erfahrungen mit echten Abenteuerfilmen hat? Gut klingt das nicht.

Wer Milla Jovovich ausnahmsweise mal in historische Gewänder verkleidet durch die Landschaft ballern sehen will, oder einfach nur Christoph Waltz in amüsanter Perücke und bösartiger Manier erleben möchte, dem sei der Actionfilm empfohlen, alle anderen sollten dringlichst auf den zweiten “Sherlock Holmes” warten, der laut Internet im Winter 2011/2012 die Kinos erreichen soll.

Ab dem 1.9.2011 im Kino.

Regie: Paul W.S. Anderson
Drehbuch: Andrew Davies, Alex Litvak
Darsteller: Logan Lerman, Matthew MacFadyen, Ray Stevenson, Luke Evans, Christoph Waltz, Orlando Bloom, Milla Jovovich, Mads Mikkelsen