Cineast, der: Person, die sich, über den herkömmlichen Filmkonsum hinweg, für das Medium Film als Kunstform interessiert. Das Wort leitet sich vom französischen “cinéaste” (m.) ab und bezeichnete ursprünglich ausschließlich Filmschaffende. Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung allerdings gewandelt, heute bezeichnet sich als C., wer regelmäßig Filme sieht – vorzugsweise natürlich im Kino; oftmals kleine und unabhängige Produktionen jenseits des Mainstreams. Daneben verfolgt der C. auch die Filmtheorie und -kritik, betätigt sich gegebenenfalls auch selbst darin.” (zitiert nach Alfons Hugenschwarte, Lexikon der arroganten Hobbies, erste Auflage, Freiburg, 1998)

Der C. ist so gut wie ausgestorben; vorher stirbt allenfalls noch das Einhorn aus. Nicht, dass es an hervorragenden Filmen mangelt – die Halloween-Reihe etwa bringt es auf unzählige Fortsetzungen, “Fluch der Karibik” ist bereits in die dritte Runde gegangen, und Qualitätsproduzent Michael Bay hat seine eigene Produktionsfirma für Remakes gegründet.

Kino war noch nie so originell wie heute.

Aber, oh weh!, trotz der wunderbaren Fortsetzungsvielfalt hat offenbar kein Mensch mehr Lust, Geld für die Filme auszugeben. Freilich, wenn’s umsonst ist, etwa auf dubiosen Internet-Seiten, dann scheint das Interesse doch zu bestehen. Aber an der Bereitschaft, Geld in die Filmindustrie, diese Speerspitze aller kreativen Bewegungen des Planeten, zu investieren, fehlt es aus unverständlichen Gründen.

Vielleicht könnte die Filmindustrie das Ruder herumreißen, wenn statt reifer, vernünftiger Studiobosse, die sich immer auch als Manager einer Aktiengesellschaft verstehen, wieder die kleinen, konfusen, insolventen Filmemacher bestimmen könnten, welche Filme gemacht werden.

Aber, mal ehrlich, wollen wir das?