Nichts scheint unheimlicher als ein paar mordlustige Kinder, doch Klischees sind schnell überzogen, so dass die Liste der besten Filme mit satanischem Nachwuchs gar nicht so einfach zu erstellen war. 10 Schocker haben wir dennoch gefunden.

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Die Unschuld der Kinder wird in Horrorfilmen gerne einmal ins Gegenteil gekehrt und so oberflächlich unheimlich ist das Thema eigentlich gar nicht.

Horrorfilme mit Kindern spielen mit Urängsten

Denn holt man erst einmal den psychologischen Almanach heraus, so kann man schnell uralte Fragen aufwerfen, etwa, ob der Mensch von Natur aus Böse geboren werden kann, ob die Furcht, von seinen eigenen Kindern getötet zu werden (Stoff vieler griechischer Tragödien) berechtigt ist, und, ob man wirklich so weit gehen darf, ein Kind zu töten, das von Grund auf verkommen ist.

Mitunter finden sich viele psychologische Themen in den Filmen, aber keine Sorge, dazu gibt es immer genügend Spannung, Story und Blut, um Freud auch im Schrank zu lassen, wenn man gerade keine Lust auf stundenlange Diskussionen über das menschliche Wesen hat.

Die 10 besten Horrorfilme wurden natürlich subjektiv ausgewählt und dürfen gerne in den Kommentaren ergänzt werden, in der Auswahl ging es mir vor allem um gute Darsteller (angsteinflössende Kinderschauspieler sind rar), eine kreative Story oder eine kreative Umsetzung bekannter Storys, sowie natürlich dem Angstfaktor, der mit den Filmen einher geht. Viel Spaß beim Gruseln.

Übrigens, „besessene“ Kinder, wie in „der Exorzist“ oder „Insidious““ haben wir einmal ausgelassen, immerhin soll es hier doch um die Kinder und nicht die Dämonen gehen…

1. Das Omen

Von ihm haben zukünftige Drehbuchschreiber gelernt, dass Kinder dann am gruseligsten sind, wenn sie gar keine Emotionen zeigen, während sie Böses tun. Die Geschichte von Damien, der anscheinend keinen menschlichen Vater hat und bereits im zarten Alter abgrundtief bösartige Neigungen zeigt, funktioniert nicht zuletzt durch Harvey Stephens, der 5 Jahre alt war, als er den Film drehte und mehr als überzeugend ist.

Ähnlich gut, wenn nicht sogar das Stückchen besser war auch sein Nachfolger im zweiten Teil. Obwohl der Film an sich nicht ganz so gut wie das Original war, gab sich Jonathan Scott-Taylor hervorragend arrogant und gemein und konnte so die teilweise konstruierte Story ans rettende Ufer spielen.

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2. The Ring

Das wohl einzige amerikanische Remake, das gruseliger ist als das Original punktet nicht nur mit einer wunderbaren Daveigh Chase, die das blasse, langhaarige Geistermädchen gab, das jeden umbrachte, der ein merkwürdiges Video sah.

Nein, damit nicht genug, eigentlich gar nicht mörderisch veranlagt, bot auch David Dorfman, der den Sohn der Protagonistin (Naomi Watts) spielte, eine merkwürdig verstörende Performance, da seine altkluge Art und seine gigantischen Augen sich in einigen der unheimlichsten Szenen in unser Gedächtnis einbrannten.

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3. Joshua

„Joshua“ spielt eigentlich im altbekannten Rahmen des Horrorfilmes mit Kindern, versucht aber die psychologischen Hintergründe aufzuzeigen. In einer scheinbar perfekten Familie fällt Joshua immer wieder auf, der begabte Junge leidet unter der post-natalen Depression seiner Mutter, sein überforderter Vater findet keine Verbindung zu dem hochintelligenten Kind.

Kaum etwas wird in dem hervorragend geschnittenen Film gezeigt, dafür spielt „Joshua“ mit der Bedrängnis und Beklemmung, die das familiäre Leben von innen heraus zerstört und lässt das Kopfkino auf Hochtouren laufen.

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4. Das zweite Gesicht

Es fällt ja schon auf, dass Erwachsene immer zu spät mitkriegen, dass etwas nicht stimmt, deshalb ist es ein sehr geschickter Schachzug, dass „Das zweite Gesicht“ aus der Perspektive eines Kindes (ein absolut herziger Elijah Wood) erzählt wird, der nach dem Tod seiner Eltern nach und nach mitkriegt, dass der Sohn seiner Ziehfamilie (90er Sunnyboy Macauly Culkin in einer mehr als amüsanten Rolle) dunkle Geheimnisse hat.

Der Psychothriller bleibt spannend und ist perfekt besetzt, denn Culkin – das wissen wir mittlerweile ja ohnehin – kann Bösewichte hervorragend spielen.

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5. The Orphan

So 0815 der Film anfängt (Familie adoptiert Mädchen, Mädchen fängt an, sich merkwürdig zu verhalten), so schnell gerät er aus den Fugen, „The Orphan“ ist einer der überraschendsten Filme des Genres, denn wo man anfangs eine Art Kopie von „Das zweite Gesicht“ erwartet, wird der Film einen schnell packen, was auch der unglaublichen Isabelle Fuhrmann zu verdanken ist, die man hoffentlich auch in Zukunft öfter sehen wird. Clever, witzig und sehr böse, mehr sei hier nicht verraten…

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6. The Children

Dieser eher weniger beachtete britische Gruselfilm ist wunderbar atmosphärisch und perfekt für den Winter. Während eines Urlaubswochenendes von Freunden im Wald verhalten sich die Kinder der Familien immer merkwürdiger und bald ist klar, dass es nicht mehr um Erziehung, sondern um Leben und Tod geht.

Viele Fragen bleiben unbeantwortet, aber genau das macht den Film so einnehmend, zumal die Gore-Szenen für dieses Genre ungewohnt grafisch sind. Den schlechten Text zum deutschen Trailer sollte man übrigens ignorieren.

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7. Let the Right One In

Der schwedische Horrorfilm sollte trotz eines großartigen amerikanischen Remakes („Let me in“) immer noch an erster Stelle auf der Filmliste stehen, denn besonders die geschickt subtil gehaltene Sozialkritik spielt mit dem Konzept einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Vampir. So darf sich der Zuschauer fragen, inwieweit Eltern ihre Kinder ab einem bestimmten Alter überhaupt noch schützen können und wie Alleinerziehende finanzielle Sicherheit und das Wohl des Kindes vereinen können. Abgesehen davon ist der Film aber auch unheimlich, umwerfend gefilmt und vor allem ausgezeichnet besetzt.

Und – wenn ich das hinzufügen darf – nichts für schwache Nerven!

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8. Grace

„Grace“ ist ungemein kontrovers, weshalb ich gleich vorwarne, dieser Film ist nicht für jeden etwas. Als die schwangere Madeline von ihrer Frauenärztin gesagt bekommt, dass ihr Baby tot ist, weigert sich die Mutter im Schock und gebirt das Kind dennoch.

Und Grace lebt. Doch Milch will sie nicht trinken und nur durch einen Zufall entdeckt Madeline, wie sie ihre Tochter am Leben halten kann.

Der Schmerz, Terror und das Trauma einer Totgeburt wird hier eindringlich und sicher nicht für jeden geschmackvoll dargestellt, doch Jordan Ladd als Madeline spielt nie übertrieben und wandelt den teilweise sehr blutigen Film von simplem Gore zu einer schockierenden Charakterstudie, die teilweise eher tragisch als unheimlich ist.

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9. Whisper

Dieser Independent Film macht mehr als Spaß, denn zu keiner Zeit ist man sich sicher, wer nun gut oder böse ist. Als der junge David gekidnapped wird, verfrachten die Täter (unter anderem „Lost“-Star Josh Holloway) ihn in eine abgelegene Hütte in den Wäldern. Dort merken sie nach und nach, dass David nicht zwangsläufig das Opfer ist.

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10. Kinder des Zorns

Ok, natürlich erscheint der Film mittlerweile etwas angestaubt, aber die zweite Verfilmung der Stephen King Kurzgeschichte (die erste war eine Studentenproduktion, die man sich auf youtube ansehen kann), in der die Kinder einer Kleinstadt alle Erwachsenen töten, ist ein absoluter Klassiker und mixt die kindliche Unschuld mit religiösem Fanatismus, Letzteres ein Thema, das King in vielen Büchern behandelt.

Die Spezialeffekte sind lahm, das Schauspielern nicht so solide, wie in den vorher genannten Filmen, aber alleine für John Franklin als Kinderprediger Isaac lohnt sich dieser Film für ein 80er Jahre Horror Trashfest. Ach, und der Soundtrack ist großartig.

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