… gesteht Umberto Eco in seiner “Nachschrift zum Namen der Rose” – das sei sein Motiv gewesen, seinen Roman zu schreiben.

Jean-Jacques Annauds Adaption von Umberto Ecos Bestseller gehört zu den gelungensten Literaturverfilmungen, die es auf die großen Leinwände geschafft haben. Zwar kann der Film freilich nicht die Collage-Techniken des brillanten Romans übernehmen; und die vielgepriesene Intertextualität bleibt auf der Strecke – aber dergleichen könnte ein Film wohl kaum leisten. Stattdessen besinnt sich Annaud auf die Tugenden des Kinos und erschafft eine düstere, unheilschwangere Atmosphäre und unvergessliche Bilder. Im (auf der DVD enthaltenen) Making-Of verrät der Regisseur, er habe bei der Wahl der Schauspieler besonders solche gesucht, deren Physiognomie “mittelalterlich” wirke. Das ist ihm wunderbar gelungen: Ein derart hässliches, schmutziges Mittelalter hat man auf der Leinwand noch nicht gesehen. “Der Name der Rose” ist bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt; neben Sean Connery und Christian Slater sowie F. Murry Abraham als deren Gegenspieler glänzen beispielsweise Helmut Qualtinger und Ron Perlman als ehemalige Ketzer, die in der geheimnisumwitterten Abtei an der ligurischen Küste Zuflucht gefunden haben. Keine besonders sichere Zuflucht, versteht sich.

Anlässlich eines Disputs zwischen Gesandten der Franziskaner und einer päpstlichen Delegation begibt sich William von Baskerville (Sean Connery) mit seinem Novizen Adson von Melk (Christian Slater) im Jahr 1327 in die düstere, aus der kargen Landschaft hervorstechende Cluniazenserabtei, deren Bibliothek weit über die Grenzen Liguriens bekannt ist. Ehe sich alle Parteien zum theologischen Disput eingefunden haben, suchen mysteriöse Todesfälle die Mönche heim; manche meinen, der Teufel gehe um … William, ein erstaunlich aufgeklärter Franziskaner, macht sich daran, die Umstände der Tragödien zu untersuchen.

Ein “Palimpsest” des Romans, so bezeichnet sich der Film im Vorspann. Und das trifft es: Reduziert auf die Krimihandlung und eine abgründige Darstellung mittelalterlichen Lebens in und um eine Landabtei, zeichnet der Film ein bedrückendes Zeitbild. “Der Name der Rose” ist gewiss eine der besseren Produktionen Bernd Eichingers; und ein großartig finsterer Ausflug in eine Welt, in der Bücher töten können …

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