Antonio Banderas und Salma Hayek sind in der Tat sehr charmant und attraktiv, doch während der Pressekonferenz zum anlaufenden Trickfilm „der gestiefelte Kater“ erfuhren wir noch mehr, als nur das Offensichtliche.

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Der gestiefelte Kater (im Original „Puss in Boots“ und von Antonio Banderas gesprochen) verfolgt das Gaunerehepaar Jack und Jill, um an ihre magischen Bohnen zu kommen, die ihm Zugang zum Schloss des Riesen und einer Fülle an goldenen Eiern ermöglichen sollen. Doch auf seiner Jagd nach den kostbaren Bohnen gerät er an seinen alten Freund Humpty Dumpty und eine neue, äußerst kecke, Bekannte.

Spin-Off katapultiert zurück in die Kindheit

Viel hat man wohl nicht erwartet, als nach dem katastrophalen letzten Shrek Film von einem Spin-Off mit dem gestiefelten Kater in der Hauptrolle gesprochen wurde. Doch Regisseur Chris Miller war sofort klar, dass es nicht auf eine Fortsetzung von Shrek heraus laufen sollte, vielmehr versuchte er, sehr wohl im Universum des grünen Ogers zu bleiben, aber gleichzeitig verschiedene Elemente zu ändern. Keine Betonung auf Referenzen, „der gestiefelte Kater“, so Miller, soll vor allem für Kinder funktionieren, die eben keine Filmnerds sind. Außerdem sollten eine abgeschlossene Story, eine originelle Geschichte und neue Charaktere dafür sorgen, dass es sich bei dem Spin-Off um eine eigenständige Produktion handelt, die nicht im Schatten vom Oger leben muss.

Puss überzeugte Publikum und Macher

Warum gerade der Kater und nicht, beispielsweise, der allseits beliebte Lebkuchenmann, war auch Banderas und Miller klar: „Puss“ war von Anfang an ein runder Charakter mit Hintergrund, so dass es nicht schwer war, ihn sich in seiner natürlichen Umgebung vorzustellen und ihm seine Abenteuer quasi auf den Leib zu schneidern. Dass die sich spanischer Klischees bedienen, gleichzeitig aber positiv besetzen, freute vor allem Banderas, der für sein Engagement für die spanische Kultur bekannt ist. „Puss in Boots hat das größte Budget bekommen, dass ein spanischer Film je bekommen hat, alle Helden haben einen spanischen Akzent, während die Bösewichte einen amerikanischen Akzent haben“. Dass Salma Hayek noch hinzu fügt, dass ihre Rolle als Kitty Softpaws zudem eine Symbolfigur der weiblichen Emanzipation ist, eine weibliche Nebenrolle, die den Helden rettet, verdeutlicht, wie viel Vertrauen die Schauspieler in diesen Film setzen. Der Kater als Macho, aber nicht als frauenfeindlicher „Machista“ kämpft also nicht nur für Bohnen und goldene Eier, sondern auch für kulturelle Offenheit und Gleichberechtigung.

Stimme ist nicht gleich Stimme

Im Deutschen werden Kitty und Kater von Carolina Vera Squella und Benno Führmann gesprochen, der aufgrund seines Autounfalls weder bei der Pressekonferenz, noch bei der Prämiere am Abend teil nahm. Der mehr als interessante Sidekick – Humpty Dumpty, das wohl berühmteste Ei der Märchenwelt – wurde original von Comedian Zach Galifianakis und in deutsch von Elton gesprochen. Normalerweise kann man ja sagen, dass es gerade für die deutsche Version relativ egal ist, wer im Original spricht, aber so einfach ist das nicht. Mittlerweile ist es Gang und Gäbe, dass die Schauspieler erst die Dialoge einsprechen, dabei genau beobachtet werden und dass die Charaktere erst dann nach ihnen visualisiert werden. So können Eigenheiten, Ticks und mehr mit eingebaut werden, die Figuren werden quasi von den Schauspielern zum Leben erweckt. Gerade in der Interaktion zwischen Kater und Kitty half es außerdem, dass Chris den ungewöhnlichen Schritt ging, die Aufnahmesessions zusammen zu legen, so dass Antonio und Salma gemeinsam einsprachen (normalerweise steht jeder alleine im Studio). Dadurch, so Miller, entstanden viele improvisierte Momente, die es allein durch das Drehbuch wohl nicht gegeben hätte. Apropos Paare, für diesen Film drehte Chris zum ersten Mal mit seiner Ehefrau zusammen, die für die herausragende Katzenchoreographie von Puss und Kitty zuständig war.

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Fazit

Der gestiefelte Kater ist unterhaltsam, amüsant und hat ein paar erfrischende Ideen, zumal der Film sich endlich einmal wieder wie ein klassisches Märchen anfühlt und nicht modern und allzu technisch werden muss (selbst wenn sich hie und da einige Steampunk Momente finden lassen). Da das Western Thema durch „Rango“ dieses Jahr sowieso im Trend ist, dürfte sich der Kinderfilm für die ganze Familie gut machen, selbst, wenn wir das bisschen sehnsüchtiger auf Pixars „Brave“ warten, so wird „Puss in Boots“ zumindest die Wartezeit etwas versüßen.

Ab dem 8.12. im Kino.

Regie: Chris Miller

Drehbuch: Tom Wheeler, David H. Steinberg, Brian Lynch

Darsteller: Antonio Banderas/Benno Führmann, Salma Hayek/Carolina Vera Squella, Zach Galifianakis/Elton

Musik: Henry Jackman

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