„Der ganz normale Wahnsinn“ ist eine romantische Komödie, in der Sarah Jessica Parker versucht, Arbeit, Familie und Eheleben unter einen Hut zu bringen. Doch die Filmadaption des Bestsellers, die am 17.11.2011 in die Kinos kommt, hat ihre Probleme.

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„Der ganz normale Wahnsinn“ erzählt von Kate Reddy (Sarah Jessica Parker), einer Frau, die es geschafft hat: Sie ist Mutter von zwei Kindern, die immer wieder Grund für das schlechte Gewissen der arbeitenden Mutter sind. Sie hat einen liebevollen, erfolgslosen Ehemann, Richard (Greg Kinnear), der arbeitloser Architekt, aber de facto Hausmann  ist, einen top Job als Investment Managerin bei einer Bostoner Firma, wo sie von ihrer rücksichtslosen, aber äußerst effizienten, Sekretärin (Olivia Munn) unterstützt wird. Bis dahin scheint Kate alle drei Aspekte ihres Lebens zu schaukeln.

Der ganz normale Wahnsinn“: Ärger kündigt sich an

Ungefähr zur gleichen Zeit, als Kate einen gekauften Kuchen für einen Basar an der Schule ihrer Kinder, selbstgebacken aussehen lässt, scheint das von Kate gut aufrechterhaltene Kartenhaus aus Ganztags-Nanny und unterstützendem Ehemann zusammenzubrechen. Durch zwei eigentlich positive Wendungen gerät alles aus den Fugen: Kate wird von ihrem Chef mit einem wichtigen Projekt in New York betraut, wo sie auf den charmanten Wallstreet Hai, Jack Abelhammer (Pierce Brosnan), trifft. Gleichzeitig landet ihr Ehemann einen wichtigen und lukrativen Auftrag.

Ihre aufgedrehte Art, die bei ihrer Bostoner Firma nicht so gut ankomt, lässt sie in New York, wo sie hin pendelt, vor allem für Pierce Brosnans Charakter, der Witwer ist, immer charmanter werden. Zwischen den beiden scheint es zu knistern, was auch nicht verwerflich ist, denn wie man anfangs sieht, scheinen die Eheleute Reddy kein Sexleben mehr zu haben. Für wen entscheidet sich Kate wohl? Und kann sie ihre Familie und ihr Arbeitsleben wieder schaukeln?

Das Problem des Films

Das Problem der Filmadaption des Bestsellers „Working Mum“ von Allison Pearson ist vielschichtig. Zunächst spielte das Buch eigentlich in England im Jahre 2002. Jetzt wurde die Geschichte nach Boston und New York verlegt. Das geht noch. Kate Reddy war im Buch Top-Fondsmanagerin, jetzt ist sie halt Investment Managerin. Doch das das Problem liegt bei ihrem Beruf: Wir haben 2011 und nicht mehr 2002. Die Finanzkrise hat sich ereignet, doch die Rolle der Investment Banker bei der Krise wird im Film vollkommen ausgelassen. Stattdessen wird eine schillernde Finanzwelt präsentiert, die es heute so nicht gibt.

Das Drehbuch von  Aline Brosh McKenna („Der Teufel trägt Prada“) enttäuscht. Die Dialoge, die in „Der Teufel trägt Prada“ pfiffig, schnippisch und frisch waren, sind hier der vorherigen Arbeit kaum zu vergleichen. Der Film hätte ein Versuch sein können, stereotypische Genderrollen aufzubrechen, da Kate ja Managerin mit Familie ist. Das gelingt hier nicht. Die Rollenverteilung ist ganz klar. Auch die anderen Frauen werden als fiese Saboteurinnen porträtiert, die ständig im Wettbewerb miteinander stehen.
Alles in allem ist dieser Film leichte Kost, die von Fans von „Sex and the City“ vielleicht verdaut werden kann. Doch für andere könnte dieser Film mit absehbarem Happy End, der sich auf der Figur von Sarah Jessica Parker ausruht, 90 Minuten zu lang und 40 Jahre zu spät sein.