Wer hätte es gedacht, nachdem Hollywood Mel Gibson nach seinen Ausbrüchen gemieden hat, wie die Pest, nimmt sich ausgerechnet Jodie Foster seiner an. Ob es was gebracht hat?

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Walter Black (Gibson) leitet eine Spielzeugfirma und kommt nicht mehr mit seinem Leben klar. Seine Söhne haben keinen Respekt vor ihm, auch seine Frau (Foster) hat sich von ihm entfernt. Als ihm ein Therapeut den Tipp gibt, durch ein anderes Medium an seine Gefühle heran zu kommen, um ehrlich zu seiner Familie zu sein, hätte wohl niemand geahnt, dass es ausgerechnet eine Handpuppe in Form eines Bibers ist, zumal Walter die Therapie etwas zu weit treibt und scheinbar nicht mehr ohne Puppe auskommt.

So ungewöhnlich ist die Prämisse gar nicht einmal, denn besonders Kindern wird oftmals empfohlen, durch Handpuppen traumatische Erlebnisse auf zu arbeiten, da sie dann nicht selbst sprechen müssen, sondern jemand anderen sprechen lassen können, um alles mit einem gesunden Abstand zu erleben. Aber an einem Erwachsenen angewandt wirkt die Mischung aus Drama und Komödie etwas forciert, zumal man wirklich ein anderes Tier hätte wählen sollen, denn der Biber, zu Englisch “Beaver” stellt unter Anderem auch ein Slangwort für die weibliche Intimbehaarung dar – man mag sich gar nicht vorstellen, wie unfreiwillig komisch das Ganze dadurch werden kann.

Der von Jodie Foster gedrehte Film stammt aus den Drehbuchhänden von Kyle Killen, der damit sein Filmdebüt gibt. Wer sich ein wenig mit Independent Filmen auskennt, der wird in “Der Biber” ein Konzept wieder erkennen, das in “Lars und die Frauen” auf wundervolle und innovative Weise bereits verzaubert hat, und zwar die ungewöhnliche Geschichte eines Mannes, der mithilfe absurd erscheinender Mittel zurück in die Welt finden will. “Lars und die Frauen” ist dabei jedoch immer warm und alleine vom Drehbuch her sehr viel feinfühliger, was man vom hier vorliegenden Werk leider nicht behaupten kann.

Dass gerade Gibsons Performance das Überzeugendste im Film ist, mag den ein oder anderen schockieren. Vorhersehbar und viel zu kitschig, ist “Der Biber” leider so sehr damit beschäftigt, außergewöhnlich und “artsy” zu sein, dass er darüber hinaus vergisst, dass ebensolche Filme vorwiegend deshalb funktionieren, weil sie eben nicht ein Dialog-Klischee nach dem anderen verwenden und vor allem nicht in Superlativen denken und damit eine gute Idee aufblasen, bis sie im Pathos zerplatzt.

Ab dem 12.5. im Kino

Regie: Jodie Foster
Drehbuch: Kyle Killner
Darsteller: Mel Gibson, Jodie Foster, Anton Yelchin
Musik: Marcelo Zarvos