“Der Baader-Meinhof-Komplex” ist ein rasanter Actionkrimi; spannend inszeniert, hervorragend produziert, mit fabelhaften Schauspielern besetzt.

Als deutlich Nachgeborenen lässt mich der Film allerdings, trotz seiner diversen Stärken, ziemlich ratlos zurück: Uli Edel beschränkt sich größtenteils auf die Ereignisse, d.h. die Bombenattentate, Brandstiftungen, Entführungen, Morde et cetera
der RAF, führt den Zuschauer aber zu wenig in die Tatsachen, also die sozialhistorischen Hintergründe des Terrorismus, ein.

Wir erfahren sehr wenig über die Ereignisse von 1968 – und das wenige, was wir erfahren, kommt in Form von schnell geschnittenen Nachrichten-Collagen daher; wir sehen also eigentlich nur dieselben Fetzen und Bruchstücke, die wir bereits aus dem Fernsehen kennen, erneut, ohne Erklärung, ohne Interpretation, kurzum: ausgesprochen karg. Daher eignet sich der Film weder als Dokument der Aufarbeitung noch als Einführung in die Geschichte der Baader-Meinhof-Gruppe.

Er ist, zynisch ausgedrückt, historisch inspiriertes Popcornkino.