Mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes geht eine Fantasy-Ära zu Ende, die mit 7.2. fast enttäuschte, mit dem endgültigen Finale jedoch mehr als eine nostalgische Träne hervor gerufen hat.

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Ganze 10 Jahre hat es gedauert, bis der erste bis zum letzten Band der Harry Potter Abenteuer auf der Leinwand lief. Für jemanden wie mich, die die Bücher kurz nach Veröffentlichung innerhalb von wenigen Tagen verschlungen hat, schien der Abschied von Harry, Ron und Hermione bereits 2007 gekommen zu sein, die Filmreihe war zu dem Zeitpunkt bei “Harry Potter und der Halbblut Prinz” angelangt und würde noch lange brauchen, um den letzten, siebten Band an zu gehen.

Wer hätte es gedacht, dass nach 8 Filmen, 3 Regisseuren, 4 Komponisten und schockierenderweise keinem einzigen Oscar eine Reise durch Hogwarts zu Ende geht, die viele Leser und Fans der Filme von ihrer Kindheit an bis ins Erwachsenenalter begleitet hat. Die 8 Filme haben mehr eingebracht, als alle 6 Star Wars Filme, als alle 22 James Bond Filme und haben mehr als 7 Milliarden Dollar eingespielt.

Angefangen bei den kindlichen Visionen von Chris Columbus bis hin zu den bedrohlichen Kulissen der späteren Bände unter Yates’ Regie, hat Harry Potter ein stattliches Ende gefunden, Die Heiligtümer des Todes Teil 2 ist nicht nur actiongeladen und temporeich (etwas, das dem ersten Teil ein wenig gefehlt hat), sondern rundet die Geschichte auf einem emotional hohem Level ab, eine Stärke, die Rowling in ihren Büchern mehr und mehr ausgearbeitet hat. Besonders die ambivalenten Charaktere – allen voran Severus Snape, der nach Rowlings Meinung der interessanteste Charakter der Serie war – haben die Fans angezogen. Rickman war einer der wenigen – wenn nicht sogar der Einzige – der lange vor dem Erscheinen der Bücher über die Hintergründe von Snape Bescheid wusste, damit er, so Rowling, die Rolle komplex gestalten konnte. Kein Wunder, dass nicht wenige ihn für einen Anwärter auf den Oscar sehen, wenn nicht im wahren Leben (bis heute wurde Harry Potter sträflich ignoriert), so doch wenigstens für alle Fans da draußen. [youtube fKLU7h-6xRQ]

Die Filme, als auch die Bücher machten nicht nur die clever geschriebenen, ineinander verwobenen Storys und Mysterys aus, sondern auch die komplexen Charaktere und gesellschaftlichen, sowie politischen Hintergründe, die aus einer einfachen Geschichte eines Waisenkindes eine umfangreiche, lebendige Welt machten, die – wie gute Fantasygeschichten es tun sollten – auch unsere Welt reflektieren. So wurde es mit jedem Teil schwieriger, die Antagonisten und Protagonisten mit Sicherheit auseinander zu halten, Harry war nicht durchgehend der Sympathieträger und von Feindbildern wie Malfoy oder Snape bekam man immer wieder menschliche Seiten zu sehen. Neben der bunten, einfallsreichen und magischen Welt, die uns Rowling mit diesen 7 Bänden geboten hat, ist das wohl der Hauptgrund, warum ihre Bücher und die Filme so erfolgreich wurden. Und dass diese Komplexität nicht verloren ging, verdanken wir auch Rowling selbst, die von Anfang an eng mit den Filmmachern zusammen arbeitete.

Und auch wenn 2007 schon alles für mich beendet zu sein schien, kam ich nicht umhin, 2011 im Kinosaal heimlich ein paar Tränen des Abschieds weg zu drücken, daher, voller Respekt und Liebe für die wohl schönste Kinderbuchreihe und -verfilmung, die es bis dato gegeben hat, ein paar interessante Fun Facts zu den Filmen selbst:

1. Robbie Coltrane, der Hagrid darstellte, hat in voller Kostümierung einmal eine Fledermaus in seinem Bart gefangen. Aus Versehen versteht sich.

2. Die große Halle in Hogwarts ist so groß, dass sie mehr als 22 Doppeldecker Busse beherbergen kann. Über die Jahre hinweg haben die Schauspieler aka die Schüler Hogwarts die Tische und Bänke ganz nach Schultradition mit ihren eigenen Kritzeleien und Schnitzerein verziert.

3. Daniel Radcliffe hat über 60 Zauberstäbe verbraucht und 160 Brillengestelle.

4. Die berühmteste Narbe aller Zeiten wurde 5800 Mal aufgetragen. Ca. 2000 Mal auf die Stirn von Daniel Radcliffe, der Rest ging auf die Köpfe von Stunt Doubles, Stand-Ins und natürlich Baby-Harry.

5. Zu den insgesamt 250 echten Tieren in den Harry Potter Filmen gehörten auch ein Tausendfüssler und ein Nilpferd (na, wer hat’s gesehen?)
6. 2006 wäre Hermione beinahe ersetzt worden, da die vorbildliche Emma Watson ihre Schulexamen nicht wegen der Drehpläne über einen Haufen werfen wollte. Letzten Endes wurden die Dreharbeiten um ihre Klausuren herum organisiert und alles blieb beim Alten. Streberin.

7. Michael Jackson – Gott hab ihn selig – schlug J.K. Rowling ein Harry Potter Musical vor. Die Autorin war weise genug, dieses dankend abzulehnen.

8. Severus Snape ist der einzige Death Eater, der einen Patronus herbei zaubern kann, außerdem verfügt er über das Talent – wie nur wenige, Voldemort eingeschlossen – ohne Besen zu fliegen.

9. Bevor Alan Rickman zusagte, war auch Tim Roth für Severus Snape vorgesehen, der sagte jedoch ab, um das “Planet der Affen” Remake zu drehen, das ein völliges Desaster an den Kinokassen und in den Kritiken sein würde. Allerdings war Rickman auch davor schon die bevorzugte Wahl für Rowling.

10. Auf Wunsch von Daniel Radcliffe wird Rowling keinen achten Band der Harry Potter Saga mehr schreiben, was jedoch nicht heißt, dass es keine Bücher im Potter-Universum mehr geben wird.

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