Gleich zwei Mal wird das alte Schneewittchen Märchen im nächsten Jahr auf die Kinoleinwand gebracht. Welcher Film lässt uns schon im Vorfeld vor Aufregung rote Wangen kriegen, was sagen wir zum Cast und welche Schneewittchen Interpretationen aus der Vergangenheit haben uns besonders gefallen?

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„Snow White and the Huntsman“ und „Mirror Mirror“, so heißen die heiß ersehnten Fantasyfilme und sie könnten unterschiedlicher nicht sein, wenn man nach den bereits vorhandenen Trailern und Bildern geht.

Snow White and the Huntsman

In dieser Interpretation wird Schneewittchen kein hilfloses Mädchen sein, sondern – gespielt von Kristen Stewart – nach jahrelanger Gefangenschaft durch ihre böse Stiefmutter (Charlize Theron) abgehärtet und gewillt, für ihr Überleben zu kämpfen. Die Story wird sich anscheinend mehr auf die Beziehung zwischen Schneewittchen und dem Jäger (Chris Hemsworth) konzentrieren, der im Original die Prinzessin fangen und töten soll, es letzten Endes aber nicht über sein Herz bringt. Anscheinend wird es keinen Prinz Charming benötigen, wenn Schneewittchen und der Jäger gemeinsame Bande schließen. Romantisch und verspielt wird es allerdings nicht werden, der Trailer alleine verspricht viele Actionszenen, ein Schneewittchen in Rüstung und eine mehr als überzeugende, böse Königin. Außerdem wird es auch mehr als 7 Zwerge geben, denn derzeit sind 8 gelistet, darunter Bob Hoskins, Eddie Izzard, Nick Frost und Ray Winstone, allesamt sowohl komödiantisch, als auch tragisch begabt.

Geplant ist außerdem eine Trilogie, wird der Film also trotz der Konkurrenz erfolgreich, kann man sich bald auf ein Wiedersehen freuen. Twilight Hasser sollten übrigens nicht vorschnell urteilen, denn Kristen Stewart trifft sicherlich keine Schuld, dass das Vampir-Drehbuch keine Möglichkeit zum Schauspielern bot. Wer sie in “The Runaways” oder in “Panic Room” gesehen hat, weiß, dass die junge Dame einiges auf dem Kasten hat.

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Mirror Mirror

Klassisch geht es zu in dieser Interpretation, Schneewittchen wird nicht emanzipiert, der Prinz wird nicht abgeschoben. Beinahe hätten wir die bezaubernde Saoirse Ronan („In meinem Himmel“) als Schneewittchen sehen können, aber der Altersunterschied zwischen ihr und dm Prinzen war zu groß, weshalb kurzfristig Lily Collins gecastet wurde. Gleichwohl schade ist es auch, dass nicht James McAvoy, sondern stattdessen Armie Hammer als Prinz gecastet wurde, bereits im Voraus scheint „Snow White and the Huntsman“ somit vorne zu liegen. Die einzige, große Überraschung ist Julia Roberts als „böse“ Königin, die von Regisseur Tarsem Singh als erste gefragt wurde, da er eine Königin haben wollte, die mit dem Publikum sympathisiert, denn böse soll sie nicht sein, sondern eher unsicher. Ähnliches hat Sigourney Weaver in der Horrorinterpretation „Snow White – a Tale of Terror“ bereits mehr als überzeugend dargestellt, Roberts scheint dabei aber eher die alberne Richtung zu gehen, vom Trailer ausgehend sieht es nach einer nicht ganz gelungenen romantischen Komödie aus, die mehr mit Klischees, als einer modernen Interpretation spielt.

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Während „Mirror Mirror“ arg gezuckert aussieht, ist es „Snow White and the Huntsman“, der uns wirklich packt, denn nicht nur ist Charlize Theron schön und angsteinflössend zugleich, die düstere Interpretation hat viel stärkere Wurzeln in den Ursprüngen der Märchen und bietet mehr, als nur knallbunte Farben und rote Lippen. Action, Fantasy und starke Schauspieler? Was will man mehr. „Mirror Mirror“ mutet hingegen nach einem sicherlich hübsch (wenngleich nicht gerade beeindruckend) produzierten, aber nicht weltbewegenden Wohlfühlfilm an, der noch nicht einmal den Kinogang lohnen würde, sondern eher den DVD Abend vor dem Fernseher.

Apropos Fernseher, wer nicht bis nächstes Jahr warten kann (SWATH kommt wohl im Sommer heraus, während MM bereits im Frühling startet): Schneewittchen Adaptionen gibt es noch und nöcher, abgesehen vom charmanten Disney Cartoon sind besonders zu empfehlen:

Snow White – A Tale of Terror (1997): Als Stiefmutter wird Lady Claudia von ihrer Stieftochter Liliana so behandelt, als wäre sie Schuld, dass Lilianas Mutter gestorben ist. Egal, was sie tut, Lili stellt sich ihr entgegen. Als Claudia unter Stress eine Fehlgeburt erleidet, ist ihr klar, wer dafür verantwortlich ist. Liliana muss fliehen und kommt bei 7 Mienenarbeitern unter. Doch die Königin gibt nicht auf. Die düstere Horrorstory ist nichts für Kinder und lohnt sich vor allem wegen einer ausgezeichnten Sigourney Weaver. Da kommt höchstens noch Charlize Theron heran, bei Julia Roberts muss sich Sigourney aber sicher keine Sorgen machen.

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Schneewittchen (1955)
: Die liebevolle, deutsche Verfilmung des Märchens ist mittlerweile ein Weihnachtsklassiker, nicht nur ob der schmucken Ausstattung, sondern auch aufgrund der sehr dichten Interpretation zum (kindgerechten) Märchen. Da kommt auch für die Eltern ein Hauch Nostalgie auf.

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Snow White (2001): Gedreht in Kanada und mit Miranda Richardson und Kristin Kreuk als Königin und Schneewittchen war der Fernsehfilm ein ironisch angehauchter, für das Fernsehen auch solide produzierter Märchenfilm, der vielleicht nicht den Charme der Originale hat, aber dafür sehr unterhaltsam ist und sich sehr gut für den gemütlichen Fernsehabend zum Advent macht.

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