Britische Kinofilme können zwar selten mit den Spezialeffekten der amerikanischen Produktionen mithalten, punkten dafür aber nicht selten mit besseren Dialogen und liebevoller Ausstattung. Überhaupt; Oscar Wilde gehört einfach von den Briten verfilmt.

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Als der junge Dorian Gray (Ben Barnes) frisch in London ankommt um sein Glück zu machen, wird er vom durchtriebenen Lord Henry Wotton (Colin Firth) unter die Fittiche genommen, der besessen von Dorians perfektem Aussehen ist. Nach und nach wird ihm beigebracht, wie wichtig die äußere Erscheinung ist und als er die Gelegenheit bekommt, vom renommierten Künstler Basil Hallward gezeichnet zu werden, sagt er natürlich nicht nein.
Doch etwas stimmt mit dem Gemälde nicht und auch Dorian verändert sich, auch wenn sein Antlitz weiterhin perfekt bleibt, scheint sein Innerstes langsam aber sicher zu verrotten.
Die Adaption des berühmten Oscar Wilde Romans ist oft in kalten Farben gehalten, was sehr wohl zum Charakter des Dorian passt und daher eine perfekte Leinwand für die zynischen Beobachtungen einer oberflächlichen Gesellschaft dient.
Mit Colin Firth und Ben Barnes (Prinz Kaspian aus dem zweiten Narnia-Film) finden sich zwei hervorragende Schauspieler, die im Laufe des Films immer wieder die Rollen zwischen Gut und Böse tauschen und dabei kein einziges Mal überfordert scheinen.
Auf große Horror-Effekte muss man hierbei zwar verzichten, aber genau genommen ist “Das Bildnis des Dorian Gray” auch kein blutiger Horrorstreifen, sondern vielmehr ein knackig geschriebenes Drama über die dunklen Seiten der High Society und ihre Auswirkungen auf ihre unschuldigsten Kinder.
Ab dem 15.4.2010 im Kino.

Regie: Oliver Parker
Drehbuch: Toby Finlay, Oscar Wilde (Roman)
Darsteller: Ben Barnes, Colin Firth, Rebecca Hall, Ben Chaplin
Musik: Charlie Mole