„Dallas Buyers Club“ hat kein leichtes Thema. Das Drama beruht auf der wahren Geschichte des AIDS-Kranken Rodeo-Cowboys Ron Woodroof, der seine letzten Monate dafür nutzt, um anderen AIDS-Patienten zu helfen. Matthew McConaughey und Jared Leto gewannen aufgrund ihrer großartigen Charakterdarstellung die Auszeichnung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller und bester Nebendarsteller.

Wie ein wilder Stier

Ausgemergelt, am Ende, Augenringe, ein Wrack – so haben wir Kinozuschauer Matthew McConaughey noch nie gesehen. Die treibende Performance des sonstigen Schönlings verleiht „Dallas Buyers Club“ so eine bestechende Nähe. Dabei inszeniert sich Jean-Marc Vallées Film fast schon als klassisches Heldendrama: Nachdem der gefallene Cowboy die AIDS-Diagnose erhalten hat und sein Arzt ihm nur noch wenige Wochen prognostiziert, begibt er sich auf einen Trip nach Mexiko. Dort angekommen, entdeckt der Texaner alternative Medikamente für sich und beginnt, diese in die USA zu schmuggeln, um anderen HIV-Patienten zu helfen. Da die Arzneimittel aber nicht zugelassen sind, gründet Woodroof den Dallas Buyers Club, in dem die Medikamente kostenlos verteilt werden. Gemeinsam mit dem AIDS-kranken Transvestiten Rayon (Leto, der für die Rolle ebenfalls mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde) gibt Woodroof den Menschen neue Hoffnung.

„Dallas Buyers Club“ – Oscar-prämiert!

Im Rennen um die Oscars spielte „Dallas Buyers Club“ in einer Liga mit „American Hustle“ und „Gravity“. Vor allem in den wichtigen Kategorien „Bester Film“ und „Bestes Originaldrehbuch“ hatte der Film gute Chancen. Besonders aber die spektakuläre Performance von McConaughey und Jared Leto hebt den „Dallas Buyers Club“ auf eine völlig neue Ebene. Auch wennLeto als einer der Favoriten in die Oscar-Nacht ging, war der Abend trotzdem kein Selbstläufer für den Golden Globe-Gewinner. Denn die Academy gilt als eher konservativ, auch wenn seine Performance als heruntergekommener Transvestit brillant ist. Ebenso wie auch Matthew McConaugheys Leidensbereitschaft und Mut zur Hässlichkeit. Beide Schauspieler spielen das Drama rund um Angst, Homosexualität und Ächtung mit der nötigen Ernsthaftigkeit und tiefem Engagement. Nachdem der Film in den Kategorien „Bester Film“, „Bestes Orginaldrehbuch“ und „Bester Schnitt“ nicht den goldenen Preis entgegennehmen durfte, so konnte man zumindest noch einmal in der Kategorie „Bestes Make-up und Beste Frisuren“ jubeln.

Der letzte Ritt des Cowboys

Mit „Dallas Buyers Club“ gelingt Vallée das Kunststück eines berührenden und packenden Dramas, das mit eher bescheidenen Mitteln gedreht wurde. Statt eines großen Budgets setzt der Film auf eine (teils schmerzhafte) Nähe zu den Figuren und vermittelt tiefe Einblicke in Verzweiflung und Hoffnung. Informationen zu den neuesten DVD & Blue-Ray Veröffentlichungen erhalten Sie hier.

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