Perfekte Schauspieler und gute Dialoge halten eine enttäuscheund unstrukturierte Dramödie zusammen. Leider sorgt Letzteres dafür, dass man Schwierigkeiten hat, sich allzu sehr mit den Charakteren zu identifizieren.

[youtube 2is92_0KWQE]

Emily (Julianne Moore) trennt sich von ihrem Mann Cal (Steve Carrell), nachdem ihre Ehe fad geworden ist und sie mit ihrem Kollegen David geschlafen hat. Während Emily versucht, aus der Affäre eine Beziehung zu machen, bekommt Cal von Womanizer Jacob (Ryan Gosling) Nachhilfeunterricht im Frauen Aufreissen. Währenddessen sieht Babysitter Jessica die Trennung als perfekte Gelegenheit, sich an Cal heran zu machen. Zu dumm, dass ausgerechnet Cals Sohn Bobby unsterblich in Jessica verliebt ist. Ach ja, zu guter letzt gibt es noch Hannah, die mit Jacob anbandelt.

Ein Episodenfilm läuft folgendermaßen: mehrere Geschichten werden subtil ineinander verwoben, finden am Ende zusammen, so dass es immer einen roten Faden gibt, der sie zusammen hält. Besonders die regelmäßige Wideraufnahme der einzelnen Stränge sorgt dafür, dass man bei einem guten Episodenfilm nicht den Überblick verliert.

Leider fehlt es Crazy Stupid Love eben genau daran, bevor überhaupt die Liebesgeschichte zwischen Jacob und Hannah anläuft, wartet man bereits eine Stunde, sowieso fühlt sich genau diese Liebesgeschichte arg forciert an, quasi, um die jungen Zuschauer anzulocken. Denn interessant – von den Schauspielern und der Story her – ist eher die Liebesgeschichte um Cal und Emily, so dass man am Ende eher irritiert und genervt ist, wenn sie unterbrochen wird, um die unglaubwürdige Romanze zwischen Jacob und Hannah in kurzen Intervallen aufzurollen.

Schließlich ist das auch der Grund, warum Crazy Stupid Love nicht wirklich funktioniert, bei knapp 2 Stunden Laufzeit muss man sich fragen, was der Film nun sein möchte und warum wir unbedingt Hannah und Jacob ertragen müssen, denn so schön es ist, Ryan Gosling einmal als Macho zu sehen, wird ihm zu wenig Persönlichkeit und Zeit gegeben, um sich zu kümmern, was aus ihm und seinem Love Interest wird, Emma Stone bekommt kaum Gelegenheit, mehr als ihre typische, sarkastische Powerfrauenrolle zu spielen, auch das wird langweilig.

Eine hervorragende Besetzung und zum größten Teil überzeugende Dialoge halten den Film oberhalb des Durchschnitts, so dass sich ein geruhsamer Kinoabend lohnt, mehr als das wird es jedoch nicht.

Ab dem 18.8.2011 im Kino

Regie: Glenn Ficarra, John Requa
Drehbuch: Dan Fogelman
Darsteller: Steve Carrell, Ryan Gosling, Julianne Moore, Emma Stone, Marisa Tomei, Kevin Bacon