Sie haben auf ihn geschossen, ihn verprügelt, vergiftet und aus einem Hubschrauber geworfen. Klein gekriegt haben sie ihn jedoch nicht, dieser Mann übersteht alles. War er im ersten Teil noch auf den Daueradrenalinkick angewiesen, steht Chev Chelios nun mächtig unter Strom.

Kaum, dass er auf dem Asphalt aufgeschlagen ist, wird Chev Chelios (Jason Statham) gleich wieder  von der Straße gekratzt, in einen Van verfrachtet und irgendwohin gekarrt, um ihn auszuschlachten.

Denn der ebenso fiese wie alte Triadenboss Hu Dong (David Carradine) braucht ein neues Herz, aber nicht irgendeines, sondern Chevs… natürlich.

Also raus mit der Pumpe aus dem Wrack auf den Bürgersteig und ein schmuckes Kunstherz eingesetzt. Soweit so gut… Nur dummerweise hält der Akku der Behelfspumpe nur eine Stunde. Und das ist ja kein Zustand.

Es stellt sich dem Betrachter natürlich die Frage, warum man ihm überhaupt Ersatz beschafft hat? Damit man sich später auch noch Nieren, Leber und Lunge holen kann? Aber Schwamm drüber.


Jason Statham zieht in Crank 2: High Voltage wieder eine Spur der Verwüstung

Also anstatt sich erst einmal von dem Verlust seines Herzens monatelang erholen zu müssen, wie unsereins es sicher nötig hätte, schärft Chev die Socken und ballert, prügelt, flucht und mordet sich durch die Unterwelt auf der Suche nach seinem Herzen, und das ist wörtlich gemeint. Brauchte Jason Statham im ersten Teil von Crank noch den Dauerschub Adrenalin, so muss er diesmal ständig an die Steckdose. Und da diese ja nicht immer verfügbar sind, muss allzu oft auch eine Autobatterie herhalten. Also Anode an die Brust, Kathode an die Zunge und Feuer, aber im Notfall tut es ja auch der Finger im Zigarettenanzünder.

Dumm, stumpf und völlig sinnfrei erschient diese Story. Da verwundert es auch nicht, dass “Schauspielerin” Bai Ling diesem Streifen die Ehre gibt. Man mag zeitweise auch denken, das arme zarte Persönchen bricht unter dem Gewicht ihrer Maschinenpistole zusammen.

Kann Crank 2 seinem Vorgänger gerecht werden?

Das dreckige, kompromisslose und herrlich unkorrekte Actionspektakel des ersten Teiles hat Jason Statham endgültig in die Riege der Actionstars katapultiert. Ob die hirnfrei erscheinende Story des Sequels dem zur Ehre gereicht, bleibt abzuwarten. Aber andererseits können Streifen, bei denen man seinen Grips beim Platzanweiser abgeben sollte, auch eine Menge Spaß machen, wenn man von ihnen nicht allzu viel Anspruch erwartet.

Das beste Beispiel im letzten Jahr war „Wanted“. So bescheuert es auch erscheinen mag, dass eine Bande von selbstgerechten Weltverbesserungskillern den Todesurteilen eines, wie von geisterhand arbeitenden, Webstuhles folgen und über Menschen richten, als wäre es die höchste Tugend, durch hinterhältigen Mord das Antlitz dieser Erde zu verbessern, … der Film hatte etwas, das muss man zugeben. Und das war nicht nur jenes winzige Szenchen mit einer fast nackten Angelina Jolie.

Man könnte Crank 2 : High Voltage durchaus mal eine Chance geben, vielleicht wird’s ja wirklich ein ganz unterhaltsamer Kinoabend. Am 16. April ist es soweit.

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